• Durchfahrtsverbot in Kreuzberger Fahrradstraße: Wenn die Polizei nicht hilft, kommen die Poller

Durchfahrtsverbot in Kreuzberger Fahrradstraße : Wenn die Polizei nicht hilft, kommen die Poller

Die Körtestraße in Kreuzberg ist eine Fahrradstraße mit Durchfahrtsverbot für Autos – doch das wird massenhaft missachtet. Die Bürgermeisterin ist genervt.

Wenn das Polizeiauto das Verbotsschild ignoriert, dann kann ich das ja auch, dachte sich womöglich dieser Autofahrer.
Wenn das Polizeiauto das Verbotsschild ignoriert, dann kann ich das ja auch, dachte sich womöglich dieser Autofahrer.Foto: Jörn Hasselmann

Die Polizei hat dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Überwachung des Durchfahrtsverbots in der Körtestraße zugesichert. Dies sagte Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann am Dienstag dem Tagesspiegel. „Autos ignorieren das Verbot komplett“, sagte Herrmann, „es nervt“. 

Wie berichtet, hat das Bezirksamt vor wenigen Tagen die im Juli eröffnete Fahrradstraße vom Südstern zum Mariannenplatz wegen des massiven Missbrauchs durch Autofahrer in Höhe Freiligrathstraße gesperrt – mit Sperrschranken und Blumenkübeln auf der Fahrbahn. 

Zudem hatte es fast einen schweren Unfall durch einen Raser gegeben. Nun allerdings fahren Autos über den rot unterlegten Radweg. 

Herrmann glaubt nicht daran, dass Kontrollen durch die Polizei helfen werden, vermutlich werde nur eine bauliche Lösung mit Pollern helfen, so die Bezirksbürgermeisterin.

Am Tag nach der Sperrung hatte der Tagesspiegel einen Streifenwagen fotografiert, der durch den verbotenen Abschnitt fuhr – gefolgt von einem Auto. Auf Anfrage teilte die Polizei mit, dass die Streife „die Körtestraße hinsichtlich der Einhaltung der Regeln in der Fahrradstraße überprüfte“. Dann sei das Befahren zulässig. 

Reger Autoverkehr auf den Radstreifen der Körtestraße. Die Verbotsschilder werden von den meisten ignoriert. 
Reger Autoverkehr auf den Radstreifen der Körtestraße. Die Verbotsschilder werden von den meisten ignoriert. Foto: Jörn Hasselmann

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Um „Sonderrechte“ wahrzunehmen, „ist die Nutzung von Sondersignalen (Blaulicht und Einsatzhorn) nicht zwingend vorgesehen“, erklärte die Polizei weiter. Ob die Streife anschließend das ihr folgende Auto stoppte, teilte das Präsidium nicht mit.

Seit Dienstag arbeitet der bekannte Fahrradaktivist Jens Blume für den Bezirk. Er verstärkt das Team von Amtsleiter Felix Weisbrich, der in den vergangenen Monaten zahlreiche Coronaradwege angelegt hat.

Die Bezirksbürgermeisterin begrüßte Blume bei Twitter so: „Herzlich Willkommen! Wir haben in den nächsten 12 Monaten noch viel vor!“

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