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Heimwärts - durch eine Wand aus Wasser.

© Annette Kögel

Erlebnisbericht zum Unwetter: Eine Nacht lang durch Berlin schwimmen

Die Privatparty mit Lichtblitzen war zuende, das gefährliche Schauspiel der Natur sollte beginnen.

3.15 Uhr, auf dem Weg zum Auto, alle suchen hier in Prenzlauer Berg dicht an den Häuserwänden Schutz. Als ob das helfen würde. Die Nacht taghell, alle paar Sekunden zuckt es hellblau auf, die Straßenschluchten beleuchtet wie Filmkulissen. Donner erschüttert die Erde. Immer wieder krachen elektrische Ladungen gen Boden, so was kennen die Berliner sonst nur aus dem Urlaub in den Tropen. Sie sind jetzt hellwach, stehen in den Häusereingängen, filmen das Naturschauspiel halbwegs geschützt per Handy mit. Ist so ein Smartphone wasserdicht?

Torstraße, hier ist jetzt freiwillig 10-km/h-Zone, von oben kommen Flüsse und ergießen sich über die Windschutzscheibe. Ob Madonna nach ihrer Show noch da ist, aufgewacht ist, von oben alles sieht, im Soho-House?

Immer noch Blitze und Rumsen, überall und ständig, gut, dass so ein Auto ein Faradayscher Käfig ist. Feuerwehren kommen einem entgegen, ausweichen in die tiefen Seen am Straßenrand.

Der kurze Fußweg in Kreuzberg vom Parkplatz zur Wohnung, so viel Wasser auf einmal schafft eine Dusche gar nicht, es prallt hart auf die Körper der Nachtschwärmer. So geht das also, eine Nacht lang durch Berlin schwimmen.

Diese Schäden entstanden in der Nacht auf Sonnabend in Tegel:

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