
© dpa/Soeren Stache
Erste Tarifrunde bei der Berliner BVG: Gewerkschaft Verdi überrascht mit neuen Forderungen
Das werden vermutlich keine leichten Tarifverhandlungen. Beim ersten Treffen am Dienstag präsentierte die Gewerkschaft Verdi neue Forderungen.
Stand:
Bei der ersten Verhandlungsrunde für den neuen Manteltarifvertrag am Dienstag hat die Gewerkschaft Verdi neue Forderungen präsentiert. Diese gehen über das hinaus, was Verdi im Herbst vorgelegt hat. So gibt es Wünsche nach bestimmten Zulagen und anderen Verbesserungen.
Das erste Treffen dauerte bis zum frühen Abend. In dem Auftaktgespräch wurden „die jeweiligen Positionen und Forderungen ausgetauscht sowie die Rahmenbedingungen der anstehenden Tarifrunde besprochen“, teilte die BVG anschließend mit.
BVG und Verdi verhandeln alle zwei Jahre über den Lohn und alle zwei Jahre über den Manteltarifvertrag (MTV). Darin sind die allgemeinen Arbeitsbedingungen jenseits des monatlichen Lohns festgelegt, also Urlaub, Schichtmodelle und Zuschläge. So kommt der Jahrestakt zustande.
Bei der letzten Lohnrunde bestreikte Verdi den Betrieb zwischen Januar und März acht Tage lang. Das vergangene Frühjahr ist den Kunden der BVG deshalb in schlechter Erinnerung. Mit Härte setzte die Gewerkschaft ein Lohnplus von 20 Prozent durch.
Diese Forderungen lagen bereits auf dem Tisch
- 33 Tage Urlaub für alle Beschäftigten
- 500 Euro mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage
- Mindestruhezeit auf elf Stunden erhöhen
- maximale Schichtlänge auf zwölf Stunden verringern
- Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste auf 20 Euro und Abschaffung geteilter Dienste an Wochenenden und Feiertagen
- Erhöhung der Wendezeit auf sechs Minuten ohne Ausnahme
Nach der überraschend langen ersten Runde hieß es bei der BVG etwas ernüchtert, dass man angesichts der zusätzlichen Forderungen wieder bei Null anfange.
Offiziell teilte der Verkehrsbetrieb mit: „Die BVG strebt faire, nachhaltige und verantwortungsvolle Lösungen für die Mitarbeitenden, das Unternehmen und Berlin an.” Die BVG werde das Paket „nun intern bewerten und sich auf dieser Grundlage auf die kommenden Verhandlungsrunden vorbereiten“.
Die nächste Runde ist für den 29. Januar angesetzt. Vor zwei Jahren hatte Verdi einen ersten Warnstreik bereits kurz nach dem ersten Treffen ausgerufen.
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid: