zum Hauptinhalt
Diese Simulation zeigt den Blick in die Gorkistraße von der Berliner Straße, wie er noch dieses Jahr geöffnet werden soll. Das Logo von Peek & Cloppenburg wird an dieser Stelle allerdings kaum leuchten, denn dieser Laden befindet sich längst weiter hinten in der Fußgängerzone.
© Simulation: HGHI Holding GmbH

Happy End in der Fußgängerzone: Galeria eröffnet neue Filiale in Berlin-Tegel

Mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche will sich die Warenhauskette in der Gorkistraße ansiedeln. Die Eröffnung ist im August geplant.

Die Gerüchte fliegen schon seit fast einem Jahr durch Tegel, die harte Nachricht ist neu: Im August wird Galeria Kaufhof tatsächlich eine Filiale in der Fußgängerzone Gorkistraße mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnen – und das, obwohl die Kaufhauskette zuletzt auf dem Rückzug war, mehrere Häuser in Berlin schließen will und sich aus dem „Tegel Quartier“ eigentlich schon zurückgezogen hatte, obwohl ihr dort die Rolle des künftigen Ankermieters zugefallen war. Das ehrgeizige Projekt, die erste fast vollständige Modernisierung einer deutschen Einkaufsstraße, stand damit auf der Kippe.

Dem Happy End sind vermutlich lange Verhandlungen zwischen dem Bauherrn, der HGHI von Harald Huth, dem Kaufhauskonzern und dem Bezirk vorangegangen. So erklärte denn auch Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD), es habe sich gelohnt, „gemeinsam um diese Ansiedlung zu kämpfen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen“. Der erste Kaufhausneubau des Konzerns nach mehr als 30 Jahren werde zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung des gesamten Berliner Nordens beitragen.

Die Sanierung der Fußgängerzone Gorkistraße mit dem alten Tegel-Center als Mittelpunkt wird am Ende über 400 Millionen Euro gekostet haben. Investor Harald Huth sprach gegenüber der „B.Z.“ von einer mutigen Investition, die unglücklicherweise mitten in die Coronazeit gefallen sei. Das habe alles erschwert, vor allem die Suche nach Mietern.

Zur Zeit sind Bauarbeiter noch damit beschäftigt, Granitpflaster zu verlegen; junge Bäume stehen bereits auf beiden Seiten. Von einer belebten Fußgängerzone, wie sie nur ein paar Schritte entfernt rund um die kleinen Lokale von Alt-Tegel weiterhin floriert, ist aber wenig zu sehen.

Zu den Läden rund um die Markthalle und die Peek&Cloppenburg-Filiale, offen seit Oktober, ist bislang wenig hinzugekommen. Manches steht weiter leer, auch gegenüber, wo Rewe-Markt und Parkhaus untergebracht sind. Und auch die Markthalle selbst, das alte Kernstück des Tegel-Centers, scheint zu schwächeln, denn die bei der Eröffnung noch unvermieteten Stände sind weiterhin leer, und ein paar Händler haben offenbar schon aufgegeben.

[In unseren Leute-Newslettern berichten wir wöchentlich aus den zwölf Berliner Bezirken. Kostenlos und kompakt: leute.tagesspiegel.de]

Die Hoffnungen auf die große Belebung ruhen also nun einerseits auf dem Einzug der Deutschen Rentenversicherung, die auf beiden Seiten der Straße rund 1500 Arbeitsplätze einrichten will, und eben auf dem Galeria-Kaufhaus. Funktioniert das, kann das Konzept insgesamt funktionieren. Allerdings ist im Moment noch nicht zu erkennen, welche Geschäfte es schaffen könnten, auch den Raum vor ihrer Tür zu beleben.

Denn außer einer Tchibo-Filiale und ein paar Läden in den Bestands-Altbauten auf der Nordseite gibt es nun nur noch sehr große Ladenräume, die sich kaum mit Cafés, Restaurants oder anderen Gästemagneten bespielen lassen. Auch ist noch unklar, was aus den Räumen am Platz des alten Karstadt-Kaufhauses zur Berliner Straße werden soll, die gegenwärtig noch im Bau sind – hier war nach alten Fotosimulationen mal der Einzug von P&C geplant.

Zur Startseite