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Der umstrittene Leichenpräparator Gunther von Hagens plant am Berliner Alexanderplatz ein eigenes „Körperwelten“-Museum.

© dpa

Ausstellung unterm Fernsehturm: Gunther von Hagens verschiebt Leichenschau am Alexanderplatz

Etappensieg des Bezirks Mitte im Kampf gegen die Leichenschau am Alexanderplatz: Gunther von Hagens "Körperwelten" öffnen "aus Respekt vor dem Gericht" nicht 2014.

Die Dauerausstellung der plastinierten Leichen von Gunther von Hagens am Fuße des Fernsehturms öffnet nicht wie bisher geplant noch im Dezember. Das Team um den Mediziner teilte am Montag mit: „Aus Respekt vor dem Gericht haben wir uns dazu entschlossen, die mündliche Verhandlung gegen das Gesundheitsamt Mitte von Berlin am 16. Dezember abzuwarten“.

Die Umbaumaßnahmen für das weltweit erste Menschen-Museum am Fuße des Fernsehturms mit rund 200 Teilkörper- und 20 Ganzkörperplastinaten liefen seit Wochen auf Hochtouren. Einer Eröffnung im Januar stehe deshalb nichts mehr entgegen. Allerdings nannten die Veranstalter keinen neuen Termin.

Offensichtlich wollen sie die Eröffnung vom Verlauf des Gerichtsverfahrens abhängig machen und von der politischen Gemengelage im Bezirk: in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin könnte das Museum am kommenden Donnerstag zum Thema werden. Die Piraten hatten dazu Fragen gestellt, die als Tagesordnungspunkt 7.1 verhandelt werden soll.

Dient die Leichenschau der Bildung?

Im Streit zwischen den Museumsbetreiben und dem Bezirk geht es um die Frage, ob eine Ausnahme von dem gesetzlich geregelten Umgang mit Toten gemacht werden darf. In Deutschland ist die Bestattung der Toten und die Totenruhe vorgeschrieben. Abweichen von dieser Regel dürfen nur Wissenschaftler, die Leichen zur Forschung untersuchen sowie kriminaltechnische Untersuchungen. Die Museumsmacher berufen sich darauf, dass die Zurschaustellung der präparierten Leichen einem Bildungszweck diene.

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