• Internationale Filmfestspiele in Berlin: So kommen Kinofans an die begehrten Berlinale-Karten

Internationale Filmfestspiele in Berlin : So kommen Kinofans an die begehrten Berlinale-Karten

Am Montag startet der Vorverkauf für die Berlinale. Hier gibt es Tipps und Tricks dafür, wie Sie an die heiß umkämpften Tickets kommen.

Zum 69 Mal finden die Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt.
Zum 69 Mal finden die Internationalen Filmfestspiele in Berlin statt.Foto: Odd ANDERSEN / AFP

Auch Lust, dem Berliner Winter zu entfliehen? Dann wird es Zeit für Ferien vom Frost und eine Weltreise im Kopf und im Kino – bei der 69. Berlinale. Am Montag beginnt der Vorfilm, dessen Handlung selbst für viele Fans unverständlich bleibt: Um zehn Uhr startet der Vorverkauf für die Internationalen Filmfestspiele.

In langen Schlangen vor den Kassen und kurzen Slots auf der Onlineseite gibt es wieder das begehrte Kartengut für die filmische Ferienflucht, für ein paar Stunden und ein paar Euro. Und wie jedes Jahr fragen sich Kinofans: Welchen der diesmal 400 Streifen will ich mir unbedingt angucken? Für welchen Film bekomme ich überhaupt Karten – und wenn ja, wann und wie viele? Deshalb gibt es hier wieder unseren zeitlosen Ratgeber: So landet man in zehn Schritten ganz sicher nicht im falschen Film.

1. Programm lesen und verstehen

Beschreibungen aller Filme und gezeigten Serien finden sich im Berlinale-Journal, das seit diesem Wochenende in den beteiligten Kinos und den Potsdamer Platz Arcaden kostenlos zu bekommen ist. Eine gute Übersicht bietet auch die Berlinale-App. Dort kann man sich nach dem Herunterladen und einer weiterhin etwas daddeligen Passwort-Bestimmung die markierten Lieblingsfilme in einer Zeittafel anzeigen lassen. Das hilft beim Durchblick vor dem Filmblick.

2. Filme aussuchen und ordnen

Immer den Reihen nach, und davon hat die Berlinale inzwischen viele. Die Filme des Wettbewerbs kommen später meist ins Kino. Seltene Expeditionen rund um den Globus bieten deshalb eher die Reihen „Panorama“ und „Forum“, die aber gern mal ins Spezielle abdriften. Nehmen wir den angolanisch-portugiesischen Beitrag „Serpentario“. Von der Berlinale wird er folgendermaßen beworben: „Auf der Suche nach dem Geist seiner Mutter lässt sich ein junger Mann durch eine menschenleere afrikanische Landschaft treiben: eine fulminante Reise zwischen Zukunft und Vergangenheit, die Anleihen bei verschiedenen Filmgenres macht.“

Und wann und wo startet die Reise durch Angola? Im Programm findet man folgende Angaben: Der Film wird gezeigt am 9.2. nachmittags im Zoo-Palast, am 10.2. und am 13.2. abends im CineStar am Potsdamer Platz sowie am 15.2. abends im Delphi. Ob die Reise später mal auf anderen deutschen Kinoleinwand zu sehen ist, hängt auch von der Resonanz bei diesen Vorstellungen ab.

3. Erstmal hinten anstellen

Der Vorverkauf beginnt für jeden Film drei Tage im Voraus. Also für „Serpentario“ am 9.2. gibt es bereits Karten am Mittwoch, den 6.2. - und zwar wie gewohnt in den Potsdamer Platz Arcaden, im Kino International und im Haus der Berliner Festspiele (Achtung, Klappstuhl lohnt sich!).

Ohne Festivalflair, aber mit meist kürzerer Schlange kann man sich auch im Autohaus des Sponsors Audi am Ku’damm anstellen. Die Kassen öffnen um 10 Uhr. Normale Karten kosten mittlerweile jeweils 13 Euro.

Anstehen am Montag vor dem Festivalstart lohnt sich aber immer: Denn es gibt schon Karten für alle Filme im Friedrichstadtpalast (Achtung, harte Sitze!), im Hebbel am Ufer (Achtung, Theaterpublikum!), für die Vorstellungen in ausgewählten Kiezkinos (Achtung, diesmal nicht in Kleinmachnow!) sowie für den Abschlusstag, den 17.2. mit verschiedenen Publikumspreisen. Für „Serpentario“ hat man so früh aber noch kein Glück.

4. Gleich mal schnell einloggen

Unter www.berlinale.de und über die App kann man ab 10 Uhr Karten ohne Anstehen erstehen, allerdings sind die Kontingente klein. Die Online-Tickets können zu Hause ausgedruckt oder als mobiles Ticket aufs Smartphone oder Tablet geladen werden. Alternativ können die Online-Tickets an einem Schalter in den Arkaden am Potsdamer Platz abgeholt werden. Leichter geht es – auch drei Tage im Voraus – an Konzertkassen. Das kostet allerdings jeweils zwei Euro Aufschlag – und die Karten sehen nicht so schön berlinalig aus.

5. Am Stichtag kaufen

Jetzt wird’s ernst: Wer am Mittwoch, den 6.2. tatsächlich Karten für die weltweite Erstaufführung von „Serpentario“ am 9 2. im Zoo-Palast erwerben will, geht an diesem Tag lieber später zur Arbeit. Und kommt lieber eine Stunde vor Kassenöffnung, das erspart einige Stunden Warten.

6. In der Schlange vernetzen

Jeder darf nur zwei Karten pro Film kaufen. Also die Vorderfrau fragen: „Bringst du mir zwei Mal ‘Serpentario‘ mit?“ Die kann man dann tauschen oder Freunde mitnehmen. Öffentlich weiterverkaufen darf man die Karten eigentlich nicht. Aber da die Berlinale ein Publikumsfestival ist, lässt sie ihr Publikum in dieser Frage berlinisch mal machen.

7. Freunde mitmachen lassen

Für Berlinale-Gänger gibt es eine weiterhin gültige mathematische Formel: Je größer der Kreis an Mitkäufern und Tickettauschern ist, desto höher sind die Chancen auf alle Filme, die man sehen will. Eigentlich ganz einfach – nur im Ringtausch kompliziert.

8. Vorletzte Chance: die Tageskasse

Ein kleines Kontingent gibt es an der Tageskasse des Kinos, in dem der Film läuft (Achtung, jedes Kino hat eine andere Öffnungszeit!). „Serpentario“ läuft erstmals am Sonnabend, den 9.2. um 15.45 Uhr im Zoo-Palast. Die Kasse hier öffnet bereits um 9 Uhr. Bis zum Film kann man dann noch in der City-West shoppen gehen.

9. Letzte Chance: der Spontankauf

Vor Filmbeginn findet sich vor dem Kino meist noch jemand, der ruft: „Will jemand noch eine Karte für ‘Serpentario‘?“ Dann einfach „Ich!“ rufen (oder besser: „Icke!“) und glücklich Glück gehabt haben.

10. Selber Film, neues Glück

Premiere verpasst? Fast kein Problem. „Serpentario“ läuft erneut am Sonntag, 10.2., im Cinestar am Potsdamer Platz. Der Verkauf dafür startet also am Donnerstag. Dann geht alles von vorn los. Und eine vorletzte und eine letzte Chance für die Reise durch Angola bleiben im Zweifel auch noch. Oder einfach 400 andere Filme.

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