Kampf gegen Falschparker in Berlin : BVG kauft extragroße Abschleppwagen

Die BVG hat eigene Abschleppfahrzeuge gegen Falschparker gekauft. Einige stehen bereits auf dem Betriebshof und werden nun zugelassen.

Die ersten Fahrzeuge sind zunächst auf dem BVG-Betriebshof stationiert.
Die ersten Fahrzeuge sind zunächst auf dem BVG-Betriebshof stationiert.Foto: BVG/promo

Wer auf Straßenland parkt, das die BVG für sich beansprucht, muss künftig damit rechnen, sein abgeschlepptes Fahrzeug gegen eine saftige Gebühr an einem anderen Ort abholen zu müssen.

Sigrid Nikutta, die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe BVG, berichtete dem Tagesspiegel von der Anschaffung dreier kräftiger Abschleppfahrzeuge am Rande der Reise des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) mit den Chefs einiger der wichtigsten Berliner Unternehmen und Institutionen nach Singapur.

Es geht eigentlich um neue Wirtschaftskontakte. Nikutta hatte am Dienstag die örtlichen Verkehrsbehörden besucht und will am Mittwoch möglichst viel U-Bahn und Bus fahren, um Ideen zu sammeln.

Bei einem Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters in Singapur präsentierte sie Fotos von den neusten PS-Monstern in der BVG-Flotte und erklärte, dass man Fahrzeuge nicht wie normale Pkw oder Lkw kaufen könne. Es handelte sich in der Regel um Spezialanfertigungen mit langen Lieferzeiten.

„Um schnell mit den Schleppfahrzeugen zu starten, haben wir je eine Ausschreibung für zwei große und sechs kleine Schleppfahrzeuge veröffentlicht“, erklärte ein BVG-Sprecher aus Berlin die Details. Die großen Exemplare würden im Februar und April erwartet, die kleineren erst Mitte bis Ende des kommenden Jahres. „Damit wir aber möglichst schnell mit der Arbeit beginnen können, haben wir uns fürs Erste auf dem Gebrauchtwagenmarkt bedient“. 

Im kommenden Frühjahr will die BVG laut Nikutta mit den Abschleppwagen startklar sein.
Im kommenden Frühjahr will die BVG laut Nikutta mit den Abschleppwagen startklar sein.Foto: BVG/Promo

Diese Fahrzeuge sind am Freitagabend bei der BVG eingetroffen. Sie sind zunächst auf dem BVG-Betriebshof Weißensee stationiert, verriet die BVG-Zentrale. „Nachdem die Fahrzeuge auf die BVG zugelassen sind, werden wir unsere ersten Schleppwagenfahrer damit vertraut machen.“

Nachdem die entsprechende Gebührenverordnung von allen Beteiligten unterzeichnet worden sei, könne es also losgehen. „Wir gehen davon aus, dass wir im kommenden Frühjahr startklar sind“, sagte Nikuttas Sprecher. Spätestens dann sollten sich Falschparker zwei mal überlegen, ob sie den Verkehrsbetrieben im Weg stehen wollen. 

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