Keine Genehmigung, keine Route : Weiter Unklarheit über Rosinenbomber-Flug

Kommen sie, oder kommen sie nicht? Eigentlich sollen am Wochenende zum 70. Jahrestag des Endes der Luftbrücke Rosinenbomber über die Stadt fliegen.

Rainer W. During
Eine historische Douglas DC-3 auch bekannt als "Rosinenbomber" steht nach ihrer Landung auf dem Gelände des Fliegerhorstes Faßberg.
Eine historische Douglas DC-3 auch bekannt als "Rosinenbomber" steht nach ihrer Landung auf dem Gelände des Fliegerhorstes...Foto: Philipp Schulze/dpa

Zwei Tage vor dem geplanten Flug von historischen „Rosinenbombern“ über Berlin war am Donnerstag noch immer nicht klar, wann die Maschinen wo über der Hauptstadt zu sehen sein werden. Über das Brandenburger Tor werden sie aber nicht fliegen.

Die zum Teil aus den USA eingeflogenen Maschinen des Typs Douglas DC-3 haben in der vergangenen Woche an den Feiern zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilgenommen.

Sie sind in dieser Woche bei Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag des Endes der sowjetischen Blockade West-Berlins auf den ehemaligen Luftbrücken-Flugplätzen Wiesbaden und Faßberg dabei - auch da gab es Probleme beim Anflug: wegen des Unwetters (mehr lesen Sie hier im Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau, wo sich der Flugplatz Gatow befindet).

Am bevorstehenden Wochenende waren von den Initiatoren des Fördervereins "Luftbrücke Berlin 70" dann Events in Berlin geplant. Doch ein Abwurf von Süßigkeiten über dem ehemaligen Flugplatz Gatow, eine angedachte Landung auf dem Tempelhofer Feld und ein zuletzt nur noch als geschlossene Veranstaltung eines Sponsors vorgesehenes Treffen auf dem Flugplatz Schönhagen scheiterten an viel zu spät beantragten Genehmigungen und fehlenden Konzepten.

Anträge viel zu spät gestellt

So sollen die „Rosinenbomber“ – aus Faßberg kommend – Berlin nur noch überfliegen. Erst war ein Flug über das Brandenburger Tor geplant. Hier wäre aber eine Sondergenehmigung nötig gewesen. Es liegt im Flugverbotsgebiet über dem Regierungsviertel. Am Donnerstag zog die Initiative nach Angaben des zuständigen Bundesaufsichtsamtes für die Flugsicherung den Antrag auf die Genehmigung zurück.

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Der übrige Berliner Luftraum besteht aus den Kontrollzonen der Flughäfen Schönefeld und Tegel. Hier müssten die Piloten für einen Durchflug in einer Mindesthöhe von 2500 Fuß (762 Meter) nur kurzfristig bei der Flugsicherung melden. „Am 15. und 16.6. werden die Rosinenbomber auf einer letzten Route Berlin überfliegen und von dort aus in ihre Heimatländer abreisen“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins vom 4. Juni. Laut der Website der Initiatoren sind die Überflüge Berlins am Sonnabend um 17 Uhr und am Sonntag um 13 Uhr vorgesehen. Angaben über die Flugroute werden an beiden Stellen nicht gemacht. Er habe wegen der laufenden Feiern in Faßberg keinen Zugriff auf die Überflugpläne für Berlin, sagte der Vereinsvorsitzende Thomas Keller auf Anfrage. Er kündigte entsprechende Angaben für Freitag an.

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