Klimaschutz in Berlin : Auch die FDP will die Stadtbäume retten

Die Liberalen wollen Bäume schon im Frühling düngen und wässern, um sie vor Trockenheit zu schützen. Die Stadt müsse umfassend auf den Klimawandel vorbereitet sein.

Im Extremsommer 2018 half auch die Berliner Polizei, die unter wochenlanger Dürre leidenden Bäume mit Wasser zu versorgen.
Im Extremsommer 2018 half auch die Berliner Polizei, die unter wochenlanger Dürre leidenden Bäume mit Wasser zu versorgen.Foto: Polizei Berlin/promo

Es wird heiß in Berlin, bis zu 31 Grad Celsius sollen es an diesem Sonntag werden und mit den Temperaturen steigt die Sorge um Mensch und Umwelt in der Stadt. Die FDP-Fraktion nimmt das zum Anlass, einen umfassenden Antrag auf Fortschreibung und Aktualisierung des Stadtentwicklungsplans Klima für das am kommenden Donnerstag anstehende Plenum im Abgeordnetenhaus einzubringen.

Konkret sorgen sich die Liberalen um die Straßenbäume, die im heißen Sommer des vergangenen Jahres besonders unter der Trockenheit gelitten haben. Mehr als 400.000 davon gibt es in der Stadt, und geht es nach der FDP, sollen sie künftig im Frühjahr stadtweit gedüngt und gegossen werden. "Es hat sich herausgestellt, dass ein Frühjahrsdienst zur Düngung und Wässerung der Straßenbäume deren Widerstandsfähigkeit über den Sommer deutlich erhöhen kann", heißt es in der Begründung des Antrags, deshalb die Forderung nach Einführung eines stadtweiten Frühjahrsdienstes.

Straßenbäume sollen Frühjahrskur erhalten

Neben dem Schutz der Straßenbäume fordert die FDP darüber hinaus ein Monitoring für die „Veränderungen der städtischen Lebensräume, Biotope und der regionalen Artenzusammensetzung infolge des Klimawandels“ und die Erarbeitung von Vorschlägen zum Umgang mit neu vorkommenden invasiven Arten. Außerdem sollen Maßnahmen zur Verschattung, Kühlung und Verdunstung in versiegelten Bereichen verstärkt und mehr Vorsorge und Vorbereitung auf Extremwetterereignisse wie Stürme und Starkregen betrieben werden.

Henner Schmidt, der den Antrag in seiner Funktion als umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion gemeinsam mit deren Vorsitzenden Sebastian Czaja eingebracht hatte, erklärte dazu: "Der Prozess der Klimaanpassung muss auch in Berlin vorangetrieben werden, denn der Klimawandel wird weiter voranschreiten. Ein Klimawandel findet in unserer Region offensichtlich statt. Er verursacht eine Reihe von Herausforderungen in vielen Handlungsbereichen, in denen die Stadt vorbeugend agieren sollte. Dies betrifft unter anderem Stadtgestaltung, Gesundheit, Umgang mit extremen Wetterereignissen, Entwicklung von Biotopen und Grünflächen oder den Artenschutz."

Liberale wollen umfassendes Programm

Der FDP-Politiker regt deshalb an, weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung umzusetzen, die über die im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) genannten Maßnahmen hinausgehen oder diese konkretisieren. "Ein wichtiges Instrument ist der STEP Klima. Dieser stammt aus dem Jahr 2011, wurde das letzte Mal vom Vorgängersenat konkretisiert und sollte jetzt auch vom aktuellen Senat wieder aktualisiert werden."

Mit ihrem Vorschlag stehen die Liberalen indes nicht allein da. Die Grünen hatten bereits im März einen sogenannten Baumgipfel veranstaltet und infolgedessen elf Punkte zum Schutz der Straßenbäume verabschiedet.

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