Kohleausstieg : Aktivisten wollen am Mittag das Ministerium blockieren

Das Klimabündnis "Ende Gelände" ruft zum Protest für einen sofortigen Kohleausstieg auf. Auch die Schüler von "Fridays for Future" demonstrieren wieder.

Ein Demonstrant mit Atemschutzmaske steht auf der Föhrer Brücke am Kraftwerk Moabit.
Ein Demonstrant mit Atemschutzmaske steht auf der Föhrer Brücke am Kraftwerk Moabit.Foto: picture alliance/dpa

Das Klimaschutzbündnis "Ende Gelände" ruft für den frühen Nachmittag zu "massenhaften Blockaden" rund um das Bundeswirtschaftsministerium in Mitte auf. Damit wollen die Aktivisten ihren Unmut über den Abschlussbericht der Kohlekommission kundtun, der am Freitag vorgelegt wird.

"Wir lassen die Kohlekommission mit diesem verantwortungslosen Deal nicht durchkommen", sagt "Ende-Gelände"-Sprecherin Nike Mahlhaus. "Wir stehen stellvertretend für die Mehrheit der Menschen in Deutschland, die einen schnellen Kohleausstieg und mehr Klimaschutz will. Wir haben ein Recht auf Zukunft, und dafür werden wir kämpfen."

Kundgebung mit 500 Personen angemeldet

Der Bericht der Kommission sieht vor, dass Deutschland bis spätestens 2038 keinen Strom mehr aus Kohle erzeugt. Bereits bis 2022 soll deutlich weniger Kohlestrom ins Netz fließen. Flankiert werden die Maßnahmen von Milliardenhilfen für die betroffenen Länder, Entlastungen für Stromverbraucher und Entschädigungen für Kraftwerksbetreiber ebenfalls in Milliardenhöhe.

"Den Energiekonzernen werden Entschädigungen versprochen sogar für Kraftwerke, die noch gar nicht am Netz sind und somit keine Gewinne erzielen", kritisiert "Ende Gelände". Das Ergebnis der Kohlekommission sei ein Desaster. Im Angesicht der Klimakrise müsse man sofort raus aus der Kohlekraft. 

Bei der Polizei hat "Ende Gelände" eine Kundgebung mit 500 Personen angemeldet, die zwischen 14 und 19 Uhr stattfindet. Hinzu kommen die Schüler von der Bewegung "Fridays for Future", die wie in der vergangene Woche am Freitagmittag rund um das Wirtschaftsministerium protestieren will. Insgesamt könnten mehrere tausend Demonstranten zusammenkommen, sagt Sprecherin Mahlhaus.

Vor einer Woche führte die bislang größte Jugend-Demonstration zum Klimaschutz in Deutschland vom Wirtschaftsministerium zum Kanzleramt. Auch die Schüler und Studenten fordern Sofort-Maßnahmen für den Klimaschutz. Laut Veranstaltern beteiligten sich rund 10.000 junge Menschen am Demonstrationszug bis in den Nachmittag, die Polizei sprach von etwa 5.000 Teilnehmern.

Das Bündnis "Ende Gelände" plant für die kommenden Tage weitere Kundgebungen. Sie ruft zu einer bundesweiten Aktionswoche auf. Auch in Hamburg findet an diesem Freitag eine Protest-Performance statt.

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