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Kosmosviertel in Altglienicke : 1800 Plattenbau-Wohnungen wieder in städtischer Hand

Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat 1800 Wohnungen in Treptow zurückgekauft - mit Finanzhilfe vom Senat.

Plattenbauten im Kosmosviertel sind jetzt wieder in städtischer Hand. Sie waren in den 90er Jahren privatisiert worden.
Plattenbauten im Kosmosviertel sind jetzt wieder in städtischer Hand. Sie waren in den 90er Jahren privatisiert worden.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land hat nach zähen Verhandlungen mit einem Privatinvestor 1821 Plattenbau-Wohnungen im Treptower Ortsteil Altglienicke gekauft. Dazu erklärte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Montag: „Mit der Unterzeichnung des Notarvertrags kommt ein regelrechter Verhandlungsmarathon zu einem guten Ende." Die Verhandlungen hätten sich über drei Jahre gestreckt und seien kurzzeitig zum Erliegen gekommen, weil der Investor hohe Preise forderte, sagte eine Sprecherin vom Lompscher. Über den Kaufpreis sei zwischen den Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart worden. Die Finanzverwaltung unterstützt den Ankauf mit einem Zuschuss an Stadt und Land, dessen Höhe die Verwaltung nicht beziffern wollte. Die Eigentums-Übertragung soll im April 2019 erfolgen.

Die Schönefeld-Wohnen GmbH war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Unternehmen mit Sitz in München streitet sich seit Jahren mit seinen Mietern und dem Bezirk über angeblich schlecht ausgeführte Wärmedämmungen. Zuletzt hieß es in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick, die Heizkosten seien nach der Sanierung sogar erheblich gestiegen.

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Lompscher braucht positive Nachrichten

Bei den angekauften Wohnungen handelt es sich laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung um 17 Gebäude, mit einer Höhe zwischen sechs und elf Geschossen. "Der Bau der Wohnungen, überwiegend 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, wurde in den Jahren 1991 und 1992 abgeschlossen." Wenige Jahre später wurden sie im Zuge des Abbaus von Altschulden des DDR-Wohnungsbaus privatisiert.

Für Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) kommt diese Nachricht sehr gelegen. Sie steht wegen verfehlter Neubauziele auch senatsintern heftig in der Kritik. Die sechs Wohnungsunternehmen hatten zuletzt Lompschers Ziel von 25.000 städtischen Neubauwohnungen bis zum Ende der Legislaturperiode in zwei Jahren in Frage gestellt. Der Senat hatte sich ursprünglich auf 30.000 Neubauwohnungen verständigt, an diesem Ziel solle weiter festgehalten werden, erklärte Senatssprecherin Claudia Sünder am Freitag. Auch die Zahl der Bebauungspläne ist seit Jahren rückläufig.

Stadt und Land erreicht Wachstumsziele

Die Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land werde ihre Wachstumsziele durch Ankauf- und Neubauinvestitionen in dieser Legislaturperiode erreichen, erklärte die Senatsverwaltung. Stadt und Land schwächte auf Anfrage diese Aussage ab. Man werde "voraussichtlich" die Ziele erreichen, das hänge unter anderem von den Kapazitäten der Bauindustrie ab. Zielvorgabe sei, den Bestand von derzeit 47.000 Wohnungen (inkl. aktueller Ankauf) auf 50.200 zum Ende des Jahres 2021 zu erhöhen, zum Ende des Jahres 2026 sollen es dann 55.500 Wohnungen sein.

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