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Ausstellung: Mauer zum Mitnehmen

Im Auswärtigen Amt soll Jugendlichen Geschichte vermittelt werden: Die Ausstellung zur Geschichte der Berliner Mauer ist noch bis Ende Januar zu sehen.

Marianne Birthler steht vor einem Nachbau der Berliner Mauer aus Pappmaschee und ist umringt von Jugendlichen. Die Schüler der Robert-Jungk-Oberschule aus Wilmersdorf löchern die einstige DDR-Bürgerrechtlerin und heutige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen mit Fragen: Wie war das Leben mit der Mauer? Wurde sie von der Staatssicherheit überwacht? Musste sie aufpassen was sie auf der Straße sagt?

Birthler und die Schüler stehen im Foyer des Auswärtigen Amtes, wo am Dienstag die Ausstellung „Die Mauer - Eine Grenze durch Deutschland“ eröffnet wurde. Bis zum 28. Januar wird hier auf 20 Plakaten mit zum Teil unveröffentlichtem Bildmaterial die Geschichte der Berliner Mauer nachgezeichnet. Die Ausstellung richtet sich an Schüler, die die deutsche Teilung nicht mehr miterlebt haben. Den Jugendlichen soll gezeigt werden, dass eine freiheitliche Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit ist, so Guido Westerwelle, der die Ausstellung eröffnete. „Geschichte ist keine Holschuld der Jüngeren, sondern eine Bringschuld der Älteren“, sagte der Außenminister.

Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus in diesem Jahr soll die Plakatreihe anschließend auf Reisen gehen. Ab Ende Februar können Schulen, Kirchen oder Rathäuser auf der Website www.stiftung-aufarbeitung.de Exemplare bestellen und bei sich ausstellen. Mehr als 1600 Bestellungen liegen laut dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann, schon vor. Auch die einstige DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe, die heute als Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur arbeitet, stellt sich den Fragen der Schüler. Sie erlebt Jugendliche bei Veranstaltungen wie dieser immer sehr interessiert. „Der Wissensstand bei den Schülern ist jedoch sehr unterschiedlich“, sagt sie. Daher müsse das Thema Deutsche Teilung in der Schule stärker behandelt werden.

Angesichts der aktuellen Kommunismus-Debatte hätten jedoch offenbar nicht nur Jugendliche mehr historische Nachhilfe nötig, sagt Eppelmann: „Ich werde noch heute einen Satz Plakate ins Karl-Liebknecht-Haus schicken, mit persönlichem Gruß an Frau Lötzsch.“

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