Medizin in Berlin : Fallzahlen der Kliniken veröffentlicht

Zum ersten Mal beteiligt sich die Charité nicht an den Transparenzdaten zum Krankenhaus-Vergleich. Veröffentlich wurden die Fallzahlen von 2016.

Bettenhaus der Berliner Charite.
Bettenhaus der Berliner Charite.Foto: imago/Christian Thiel

Wie häufig operiert ein Krankenhaus eine bestimmte Krebsart? Wo werden die meisten Herzinfarkte oder Schlaganfälle behandelt und wo die meisten künstlicher Knie- oder Hüftgelenke eingepflanzt? Diese Fragen beantwortet die Senatsgesundheitsverwaltung jedes Jahr mit der Veröffentlichung sogenannter Transparenzdaten.

Am Mittwoch wurde der neueste Bericht veröffentlicht, der die Fallzahlen aus dem Jahr 2016 aufbereitet. Die Vergleichsgrafiken zeigen für 35 Erkrankungen, welche Krankenhäuser in Berlin diese wie oft behandelt haben. Die Vergleiche sollen Patienten dabei unterstützen, die für sie am besten geeigneten Kliniken zu finden.

Charité erstmals nicht dabei

Seit 2006 gibt es diese Berichte. In diesem Jahr taucht die Charité darin erstmals nicht auf. Das Universitätsklinikum habe nur Fallzahlen für die gesamte Charité gemeldet, nicht aber für die einzelnen Standorte Benjamin-Franklin, Virchow-Klinikum und Mitte. Die so zusammengefassten Behandlungszahlen aber würden „die Aussage zur Verteilung der Leistungsschwerpunkte über die Stadt verzerren“, sagt der Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung Christoph Lang. Man bedauere es sehr, dass die Charité deshalb diesmal nicht vertreten sei. „Wir hoffen aber, dass sie im kommenden Jahr wieder dabei ist“, sagte er.

Das hat die Charité nun bestätigt. „Im kommenden Jahr werden wir dafür trotz Bedenken wieder standortbezogene Fallzahlen freigeben“, sagte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité, dem Tagesspiegel. Auch wenn man diese Auftrennung nicht für sinnvoll erachte, da die Fachabteilungen der Charité standortübergreifend organisiert seien.

Das Tagesspiegel-Magazin „Kliniken Berlin 2018/2019“ enthält die Fallzahlen für 62 Erkrankungen und tausende Klinikempfehlungen niedergelassener Ärzte. Es kostet 12,80 Euro und ist erhältlich im Internet unter shop.tagesspiegel.de

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