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Mordfall Keira in Berlin-Hohenschönhausen : Polizei ermittelt gegen Lutz Bachmann

Nach dem Mord an der 14-jährigen Keira hatte "Pegida"-Mitgründer Lutz Bachmann einen Unbeteiligten des Mordes bezichtigt. Jetzt ermittelt die Polizei.

Mordfall Keira: Szene in der Konrad-Wolf-Straße in Hohenschönhausen
Mordfall Keira: Szene in der Konrad-Wolf-Straße in HohenschönhausenFoto: Paul Zinken/dpa

Seit Tagen versucht die rechtsextreme Szene den gewaltsamen Tod der 14-jährigen Keira in Berlin in ihrem Sinne politisch zu vereinnahmen. Diese Kampagne gipfelte am Montag in einem Tweet des Pegida-Gründers Lutz Bachmann.

Darin beschuldigt der mehrfach vorbestrafte 45-Jährige einen Berliner Gymnasiasten, der mit den tödlichen Messerstichen nichts zu tun hat. Mit Fotos des Jugendlichen und Links zu dessen Facebook-Profil schreibt er:

„Mordfall #Keira G. Nun ist es wohl raus: Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling“.

Bachmanns falsche Verdächtigung ist nun ein Fall fürs Berlins Landeskriminalamt. „Wir ermitteln wegen übler Nachrede, falscher Verdächtigung und Volksverhetzung“, teilte ein Polizeisprecher mit.
Der inzwischen in Untersuchungshaft einsitzende, offenbar weitgehend geständige mutmaßliche Täter soll die 14-Jährige am vergangenen Mittwoch in ihrem Jugendzimmer mit bis zu zwanzig Messerstichen getötet haben.

Täter ging auf die Gleiche Schule wie sein Opfer

Für seinen irreführenden Tweet, der im Netz schon nach kurzer Zeit weite Kreise zog, reichten Lutz Bachmann im Facebook-Profil offenbar der gleiche Vorname Edgar sowie der gleiche Anfangsbuchstabe beim Nachnamen und ein dunkler Hauttyp mit schwarzen Haaren aus. Tatsächlich ist der mutmaßliche Täter laut Polizei ein Deutscher, der ebenso wie Keira die Gemeinschaftsschule Grüner Campus Malchow in Lichtenberg besuchte. Der von Bachmann beschuldigte Jugendliche besucht hingegen ein anderes Berliner Gymnasium.

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Inzwischen hat Bachmann seinen Hetz-Tweet gelöscht und eine Rechtfertigung nachgeschoben. Er habe ja keine Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern das Wörtchen „wohl“ verwendet, schreibt er. Der falsch beschuldigte Jugendliche hat unterdessen sein Profilbild von seiner Faceboook-Seite genommen und teilt darauf mit, er habe nichts mit dem Verbrechen zu tun.

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