Nach Hitlerwein-Fotos : AfD berät über Ausschluss von Bießmann

Jessica Bießmann gilt als Kritikerin von AfD-Chef Pazderski. Nachdem sie vor Hitlerwein posierte, soll sie nun aus Fraktion und Partei geworfen werden.

Die AfD-Abgeordnete Jessica Bießmann – im Hintergrund Flaschen mit Hitler-Etikett.
Die AfD-Abgeordnete Jessica Bießmann – im Hintergrund Flaschen mit Hitler-Etikett.Foto: privat

Die Berliner AfD-Fraktion entscheidet am Dienstag über den Ausschluss ihrer familienpolitischen Sprecherin, Jessica Bießmann. Wie berichtet, waren alte Bilder aufgetaucht, auf denen Bießmann vor Weinflaschen mit Hitler-Konterfei posiert. Sie bedaure die Fotos, sagte sie damals dem Tagesspiegel. Trotzdem droht ihr nun der Rauswurf aus der Fraktion.

Bereits eröffnet wurde zudem ein Parteiausschlussverfahren, das der AfD-Landesvorstand einstimmig beschlossen hatte. Über die Gründe dafür wurde Stillschweigen vereinbart. „Es geht aber nicht nur um die Hitlerwein-Fotos“, sagte Fraktionsvize Karsten Woldeit.

Bießmann für Kooperation mit Pegida

Bießmann, die für die AfD das Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf erlangte, gilt als Kritikerin von AfD-Chef Georg Pazderski. Statt auf gemäßigten "Berliner Kurs" setzt sie auf Zusammenarbeit mit Pegida und Bürgerbewegungen wie in Kandel - obwohl die Partei aus Angst vor einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz davon abrrät. „Ich finde es völlig falsch, dass man sich von diesen Bewegungen distanziert“, sagte sie dem rechtspopulistischen Magazin „CompactTV“.

Auch das Ziel von Pazderski, die Berliner AfD koalitionsfähig zu machen, kritisierte Bießmann. Vor allem eine Annäherung hin zur CDU sieht sie wegen der Flüchtlingspolitik kritisch: "Es wäre kein gutes Zeichen an die Bürger, unsere Wähler, wenn wir uns mit denen in einer Koalition verbinden", sagte Bießmann "CompactTV" kurz bevor die Hitlerwein-Bilder bekannt wurden.

Seitdem ist es um sie ruhig geworden. Presseanfragen lässt sie unbeantwortet, auf Facebook hat sie nichts mehr gepostet, ihr Twitter-Nutzerkonto wurde abgemeldet.

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