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Franziska Giffey (SPD) hat mit der SPD die Berlin-Wahl gewonnen.

© imago images/Political-Moments

Tagesspiegel Plus

Nach Plagiatsaffäre: Noch-Bürgermeister Müller sieht Giffey nicht als Wissenschaftssenatorin

Könnte die SPD-Spitzenkandidatin trotz der Probleme mit ihrer Doktorarbeit als Stadtchefin das Amt der Wissenschaftssenatorin übernehmen? Dazu hat sich Michael Müller geäußert.

Könnte Franziska Giffey als Regierende Bürgermeisterin auch Wissenschaftssenatorin werden, so wie Michael Müller die beiden Ämter bisher in Personalunion innehat? Müller selbst hat das jetzt auf einem Bildungs-Kongress der „Zeit“ de facto verneint.

Auf eine entsprechende Frage der Moderatorin, ob er das für vorstellbar halte, antwortete Müller: „Das wäre schwer. Das ist nicht böse gemeint, wenn ich das sage. Der Start wäre aber schwer mit dem Vorlauf, den wir alle kennen.“

Mit dem „Vorlauf“ meinte Müller ganz offensichtlich die Plagiatsaffäre von Giffey und den Entzug des Doktortitels. Auf die Nachfrage, wie er die Plagiatsaffäre bewerte, antwortete Müller mit einer Gegenfrage: „Hatten Sie das Gefühl, dass es irgendeinen Gewinner bei der Sache gab?“

Es sei für alle Seiten „bedauerlich“ gelaufen - aber auch „gut, dass es jetzt entschieden und abgehakt ist“.

Der scheidende Regierende Bürgermeister Michael Müller, der in Personalunion auch Wissenschaftssenator ist.

© dpa

Mit Blick auf das Wissenschaftsressort hoffe er, dass die zukünftigen Koalitionäre erkennen, dass man „die WIssenschaft nicht einfach irgendwo anhängen kann“. Sie müsse im Senat eine herausgehobene Stellung behalten.

Tatsächlich würden es in den Hochschulen und in den außeruniversitären Instituten der Stadt nach Tagesspiegel-Informationen praktisch durchgehend auf Widerstand stoßen, sollte Giffey trotz ihres entzogenen Doktortitels Wissenschaftssenatorin werden.

Eine Rolle spielt dabei auch, wie Giffey mit dem langwierigen und doppelt aufgelegten Plagiatsverfahren an der Freien Universität umging.

Dass Giffey versuchte, sich als Opfer der Freien Universität zu inszenieren, ist bei vielen Forschenden trotz aller Kritik an der FU übel aufgestoßen - und ebenso, dass sie zumindest öffentlich wenig Einsicht in das ihr attestierte wissenschaftliche Fehlverhalten zeigte.

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