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Neue Berliner Bäderchef vorgestellt : Johannes Kleinsorg wird keinen einfachen Job haben

Der neue Bäderchef Johannes Kleinsorg wurde heute in Berlin vorgestellt. Die Erwartungen sind hoch - auch weil viel Geld fließt.

Eines der beliebtesten Berliner Bäder: Das Prinzenbad in Kreuzberg.
Eines der beliebtesten Berliner Bäder: Das Prinzenbad in Kreuzberg.Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der neue Vorsitzende der Berliner Bäder Betriebe ist am Dienstagmorgen in Berlin vorgestellt worden. Nachfolger des im April in den Ruhestand gegangenen Amtsvorgängers Andreas Scholz-Fleischmann wird Johannes Kleinsorg, 57 Jahre alt. Er war zuvor Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, soll diesen Posten Berichten der Leipziger Volkszeitung zufolge aber nicht freiwillig aufgegeben haben. Er verlässt das Unternehmen Ende August - sein Engagement bei den Bäderbetrieben startet am 1. September.

Die offizielle Vorstellung im Beisein des Sport- und Innensenators Andreas Geisel (SPD) nutzte Kleinsorg am Dienstagvormittag dazu, seiner Freude über die neue Herausforderung Ausdruck zu verleihen. "Ich freue mich, wieder in Berlin zu sein", erklärte Kleinsorg, der bereits zwischen 1994 und 1998 in der Hauptstadt gearbeitet hatte. Damals war er Mitglied der Geschäftsleitung bei der Deutschen Gesellschaft für Mittelstandsberatung, wechselte anschließend nach Nürnberg und Kiel, ehe er über Leipzig wieder nach Berlin kam.

Bezogen auf die Bäderbetriebe sagte Kleinsorg, es gehe ihm vor allem darum, "Verfügbarkeit herzustellen". Ausfälle ganzer Bäder durch technische oder bauliche Mängel, wie es sie in der Vergangenheit immer wieder gegeben hatte, sollen künftig vermieden werden. Mit Blick auf das anstehende Sanierungsprogramm für das Unternehmen sagte der in Göttingen geborene Kleinsorge: "Die Herausforderungen sind groß und positiv." Ihm werde es vor allem darum gehen, den Kunden ein an ihren Bedürfnissen orientiertes Serviceangebot liefern zu können.

Tatsächlich übernimmt Kleinsorg den mit 61 Bädern und rund 800 Mitarbeitern Europas größten Schwimmbadbetrieb in einer Phase, in der die Koalition viel Geld in das Unternehmen pumpt - und sich davon einiges erwartet. Bis 2025 sollen in Mariendorf und Pankow zwei neue Multifunktionsbäder entstehen. Sanierungsbedürftige Hallen wie das Stadtbad Tiergarten und das Paracelsiusbad in Reinickendorf sollen noch in diesem Jahr erneuert werden. Im kommenden Jahr ist die Sanierung des Wellenbades am Kreuzberger Spreewaldplatz vorgesehen.

Geld ist da - der Bedarf auch

Geisel zufolge stehen laut Entwurf für den Doppelhaushalt in den kommenden beiden Jahren jeweils 20 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung. "Das Geld ist da, der Wille ist da", erklärte Geisel in Richtung des neuen Bäderchefs, der diese Mittel nun abschöpfen muss. Der Sanierungsstau wird auf 230 Millionen Euro taxiert.

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Darüber hinaus wird sich Kleinsorg darum sorgen müssen, den zuletzt positiven Trend bei der Entwicklung der Besucherzahlen zu verstetigen. Im vergangenen Jahr begrüßten die Bäderbetriebe 6,7 Millionen Gäste, ein Rekordwert im Vergleich der letzten zehn Jahre. Ihnen sollen attraktive und sozial gerechte Tarife angeboten und verlässliche Öffnungszeiten garantiert werden. Die Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben im technischen Bereich, aber auch bei der Ausbildung des Personals, soll intensiviert werden.

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