Neue Probleme am Problemflughafen : Ausbau-Chef am BER macht den Abflug

Der Projektleiter ist für den Ausbau des Flughafens zuständig, doch nun geht er zum Jahresende. Und die Fertigstellung des Terminal 2 steht wohl auf der Kippe.

Nichts Neues beim BER: Ein Projektleiter geht vorzeitig, der Zeitplan für den Bau des Terminal 2 ist wohl fraglich.
Nichts Neues beim BER: Ein Projektleiter geht vorzeitig, der Zeitplan für den Bau des Terminal 2 ist wohl fraglich.Foto: Patrick Pleul/dpa

Schönefeld - Der für den Ausbau des neuen Flughafens BER zuständige Projektleiter verlässt die Flughafengesellschaft. Zugleich wird erneut der Zeitplan für den Bau des Erweiterungsterminal T2 in Zweifel gezogen, ohne dessen zusätzliche Kapazitäten es bei der geplanten Eröffnung des BER im Herbst 2020 eng werden könnte und Tegel offen gehalten werden müsste.

Ein Sprecher bestätigte, dass der Leiter des Ausbauprogramms auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen zum Jahresende die Flughafengesellschaft verlasse. Er werde bis dahin seine Aufgaben wahrnehmen, dazu gehöre auch das Terminal 2. „Der abrupte Abgang des Projektleiters, der für die rechtzeitige Fertigstellung des Terminals zuständig ist, ist ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur BER-Eröffnung 2020. Diese wird damit wohl immer unwahrscheinlicher“, sagte Sebastian Czaja, FDP-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, dem Tagesspiegel. „Eine der wenigen Dinge auf die man sich am BER verlassen kann, ist das rotierende Personalkarussell.“

Beim Rückzug des Ausbau-Chefs sollen dem Vernehmen nach die Probleme beim Bau des zusätzlichen Terminals eine Rolle spielen. Der Mitarbeiter wolle sich nicht für ein Scheitern des Zeitplans verantwortlich machen lassen, hieß es. Der BER-Sprecher widersprach: Grund für den Weggang seien keine fachlichen Auseinandersetzungen.

Am T2 sollen künftig sechs Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden, wegen der jahrelangen Verzögerungen am BER ist dieser zu klein. Gutachter attestierten aber auch beim Terminal 2, dass es eklatante Planungspannen und Missmanagement gab. Die Kosten haben sich von 100 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro verdoppelt. Laut „Neues Deutschland“ kommen Experten aus dem Umfeld des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport zum Ergebnis, dass das T2 erst 2022 fertig werden könnte. Der Baufortschritt sei überraschend gering. Der BER-Sprecher entgegnete, man sei „aktuell mit dem Stand der Baufertigstellung und dem Baufortschritt am T2 insgesamt zufrieden“ und rechne mit einer Inbetriebnahme im Oktober 2020. axf

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