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Kreck war seit Oktober 2019 Professorin an der Evangelischen Hochschule Berlin, ehe sie Ende 2021 ihr Amt als Justizsenatorin antrat.
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Krecks Amt biete keine Zeit für andere Aufgaben: Opposition kritisiert Berlins Justizsenatorin

Dass Lena Kreck nebenbei als Professorin tätig sein will, stößt in der Opposition auf Kritik. Juristen erhoben außerdem zuvor Zweifel an ihrem Professorentitel.

Die Opposition im Abgeordnetenhaus übt Kritik an der Ankündigung von Lena Kreck (Linke), neben ihrem Amt als Justizsenatorin weiterhin als Professorin tätig sein zu wollen.

Bei einer Senatorin sei das „von der mit einem Senatorenamt verbundenen Arbeitsbelastung her fragwürdig“, sagte FDP-Rechtspolitiker Holger Krestel.

Ebenso fragwürdig sei es, wenn Kreck „nur noch pro forma“ an ihrer alten Hochschule als Professorin firmiere, wie mehrere Juristen und Wissenschaftler der Justizsenatorin zuvor vorgeworfen hatten. „Im günstigsten Fall betreut sie vielleicht noch einige Prüfungsverfahren zu Ende, um die Kandidaten nicht im Stich zu lassen. Das sollte aber nun nach über einem halben Jahr Senatsmitgliedschaft vorbei sein“, sagte Krestel. Er forderte Aufklärung.

Kreck habe „nach dem Stand der Dinge mehr zu erklären als das, was bis jetzt von ihr dazu vernehmbar war“. Auch der CDU-Rechtspolitiker Alexander J. Herrmann verlangte Klarheit in der Sache. „Wir erwarten eine fachliche Stellungnahme der Wissenschaftsverwaltung und eine persönliche Erklärung der Justizsenatorin.“ Der Senat müsse den Verdacht der unberechtigten Titelführung durch Kreck „zügig und umfassend aufklären“, sagte Herrmann.

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Nachdem Zweifel aufgekommen waren, ob Kreck ihren Professorinnentitel der Evangelischen Hochschule Berlin noch rechtmäßig trage, hatte ein Sprecher der Justizverwaltung erklärt, die Senatorin begutachte aktuell mehrere Abschlussarbeiten und plane, künftig Blockseminare an der Hochschule abhalten zu wollen.

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Dabei steht Kreck in der Justizverwaltung vor enormen Aufgaben. Vor allem die veraltete IT der Gerichte muss dringend modernisiert werden.

Herausforderungen, die kaum Zeit für andere Tätigkeiten lassen dürften. Dem widersprach Krecks Sprecher. Die Nebentätigkeit habe „keinen spürbaren Einfluss auf die Ausübung der Senatorinnen-Tätigkeit“, sagte er. „Frau Kreck übt ihr Amt mit voller Kraft und ganzem Zeitaufwand aus.“

Vielmehr überschnitten sich die beiden Aufgaben thematisch. „Die soziale Arbeit spielt auch im Justizbereich eine extrem wichtige Rolle, denken Sie etwa an das Senatsziel, die Resozialisierung in den Gefängnissen zu verbessern“, sagte der Sprecher.

Christian Latz

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