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Ausraster wegen lauter Musik : Berliner schießt auf Menschengruppe – Haftbefehl wegen versuchten Totschlags

Am Ausflugsziel Falkenhagener See soll ein Mann auf junge Leute geschossen haben, weil ihre Musik zu laut war. Die Polizei nahm ihn wenig später in Berlin fest.

Beliebtes Ausflugsziel direkt westlich von Berlin: der Falkenhagener See.
Beliebtes Ausflugsziel direkt westlich von Berlin: der Falkenhagener See.Foto: Paul Zinken/dpa

Einen dramatischen Ausgang nahm am Sonnabendabend die verbale Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe jüngerer Menschen und einem 56-jährigen Mann. Die Mittzwanziger hatten sich, so eine Polizeisprecherin, auf der sogenannten Düne am Falkenhagener See getroffen und nach Ansicht des 56-Jährigen zu laut Musik gehört. 

Es kam zum Streit, in dessen Verlauf der Mann kurz vor 20 Uhr plötzlich auf die Personengruppe geschossen haben soll. Dabei wurde ein 27-Jähriger an der Hand verletzt und musste von herbeigerufenen Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht werden. 

Der mutmaßliche Schütze flüchtete mit einem Auto, dessen Kennzeichen jedoch von Zeugen erkannt und an die Polizei weitergegeben werden konnte. In einer am Montag herausgegebenen gemeinsamen Mitteilung der Polizeidirektion West und der Staatsanwaltschaft Potsdam heißt es, dass der Tatverdächtige nach einer sofortigen Fahndung kurze Zeit später in Berlin durch dortige Polizeibeamte festgenommen werden konnte. 

Dabei sei auch die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt worden. Das Geschehen werde von der Staatsanwaltschaft als versuchtes Tötungsdelikt bewertet, die Mordkommission und Spezialisten ermitteln. 

Eine Sprecherin der Polizeidirektion West sagte dem Tagesspiegel am Sonntagmittag, dass die Staatsanwaltschaft inzwischen einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags beantragt habe. Wenig später erließ eine Haftrichterin des Amtsgerichts Potsdam einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Schützen. Der Berliner werde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, in der er auf den Abschluss der Ermittlungen warten werde, teilte die Polizei mit. 

Verdächtiger und Opfer sollen sich nicht gekannt haben

Nach jetzigem Erkenntnisstand hätten sich der Verdächtige und seine Opfer vorher nicht gekannt, sagte die Sprecherin dem Tagesspiegel. Weitere Aussagen zu dem 56-Jährigen könne sie aufgrund der laufenden Ermittlungen und Vernehmungen nicht treffen. So sei derzeit noch unklar, wie viele Schüsse der Mann abgegeben habe.

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Der Falkenhagener See ist ein beliebtes Ausflugsziel direkt vor den Toren der Hauptstadt. Zur Tatwaffe sagte die Sprecherin, sie sei „geeignet, um jemanden schwer zu verletzen“.