Update

Berlin-Tegel : Protest vor Freibad Tegel: Öffnet den Strand!

Die Initiative „I love Tegel“ will das geschlossene Schwimmbad öffnen und hat ihre Pläne vorgestellt. Hier sind die Ideen.

Das Strandbad Tegel, hier aufgenommen im Jahr 2005.
Das Strandbad Tegel, hier aufgenommen im Jahr 2005.Foto: Imago/Schleser

Der Ärger ist groß, das Bad geschlossen - es geht um das Freibad in Berlin-Tegel. Die Bürgerinitiative „I love Tegel“ hatte in dieser Woche den Berliner Bäder-Betrieben das Angebot unterbreitet, das geschlossene Strandbad - mithilfe zweier lokaler Unternehmen - in Eigenregie zu betreiben. Deshalb wurde am Freitag demonstriert - und demonstrativ die ersten Klos aufgestellt.

Bereits am Donnerstagnachmittag gab es ein Treffen mit dem Chef der Berliner Bäder-Betriebe, Andreas Scholz-Fleischmann. Der CDU-Bezirksverordnete Felix Schönebeck, Sprecher der Initiative, berichtete hinterher: Eine der zwei Firmen würde "ausreichend Toiletten vor Ort aufstellen", die andere sich um die "Reinigung des Areals und die Müllabfuhr kümmern".

"Wollen es nicht als Freibad, sondern als Badestelle öffnen"

Seine Idee: "Das Strandbad wollen wir nicht als 'Freibad' betreiben, sondern als öffentliche Badestelle für die Menschen öffnen. Das bedeutet, dass neben der Badestelle selbst lediglich Mülleimer und Toiletten zur Verfügung gestellt werden, sowie eine intervallmäßige Pflege des Areals erfolgt." Eintritt werde nicht verlangt, das Baden wäre auf eigene Gefahr - wie an anderen öffentlichen Badestellen auch.

Hinten Klos, vorne Mottoshirt.
Hinten Klos, vorne Mottoshirt.Foto: promo/Initiative

"Andere öffentliche Badestellen, beispielsweise der unmittelbar benachbarte Arbeiterstrand gegenüber der Insel Scharfenberg, verfügen neben der Badestelle selbst auch nur über mobile Toiletten und Mülleimer." Allerdings: "Wir streben für das nächste Jahr einen 'Betrieb' durch einen Verein an. Ein kurzfristiger 'Betrieb', wie ihn die Bäderbetriebe vornehmen könnten, ist nicht möglich."

Kritik: Kein Bus, keine Gastronomie, schlechter Zustand

Nach Auskunft des Bezirksverordneten der CDU ist eine Öffnung des Freibads durch die Bäderbetriebe in den nächsten Jahren nicht geplant. "Herr Scholz-Fleischmann teilte mit, dass die Investitionskosten für das Strandbad Tegel mittlerweile bei drei bis vier Millionen Euro liegen würden", schreibt Schönebeck. Das passt zumindest zur Nachricht, die der Tagesspiegel publiziert hat: Der Investitionsstau der Bäderbetriebe ist in nur wenigen Monaten um 60 Millionen angestiegen - Hintergründe lesen Sie unter diesem Tagesspiegel-Link.

Die geringen Besucherzahlen? "Dass die Badegäste ausbleiben, ist aus meiner Sicht nicht verwunderlich", schreibt Schönebeck. Er kritisiert "den Zustand der Immobilien, die nicht mehr existente Gastronomie, kein FKK-Bereich mehr, zu wenige Auto-Parkplätze, keine Busanbindung, unzureichende Werbung für das Strandbad". Schönebeck fordert eine attraktive Busanbindung. "Hier wäre die Verlängerung der Linie 324 vom Falkenplatz oder eine Schleife der Linie 222 denkbar."

Lesen Sie mehr im Tagesspiegel

- Bäder-Test: Endlich eine neue Studie! Bitteschön, gucken wir mal rein: Die schlimmsten Freibäder gibt's in ... na?

- Endlich wieder Gummischlangen im Schwimmbecken! Nach Jahren des Leerstands: Marco Schenk ist neuer Pächter des "Wassermann" im Schwimmbad Spandau-Süd. 

- Spandau bekommt ein neues Schwimmbecken: Die Berliner Bäderbetriebe investieren 2,2 Millionen Euro in das Sommerbad Süd.