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CDU-Zentrale in Berlin : Greenpeace entwendet „C“ aus Konrad-Adenauer-Haus

Greenpeace-Aktivisten fordert „echte Antworten“ bei Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer reagiert: „Wir leihen das C gerne aus.“

Elias Fischer
Aktivisten am Konrad-Adenauer-Haus.
Aktivisten am Konrad-Adenauer-Haus.Foto: Elias Fischer

Da war die CDU plötzlich ohne C. Am Donnerstagvormittag haben Umweltaktivisten von Greenpeace mit einer Aktion vor der CDU-Parteizentrale für Aufruhr gesorgt.

Einige Aktivisten versammelten sich gegen 11 Uhr vor dem Konrad-Adenauer-Haus in Tiergarten und hielten ein rotes C in die Höhe. Außerdem haben sie ein Banner mit der Aufschrift "Du sollst das Klima schützen!" an der Glasfront des Gebäudes angebracht.

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Greenpeace-Aktion am Konrad-Adenauer-Haus der CDU
Greenpeace-Aktion am Konrad-Adenauer-Haus der CDU

Die Polizei ist mit vier Einsatzwagen vor Ort und hat den Bereich um das Haus abgesperrt, die Straßen sind aber weiterhin befahrbar. Aktuell bewegen sich zwei Aktivisten vor dem Gebäude und zwei halten vom Dach aus das Banner fest.

Eine Sprecherin der CDU-Zentrale bestätigte die Demonstration. Jedoch erklärte sie, dass es sich dabei um eine Attrappe handele und nicht um das C vom Dach des Gebäudes. Greenpeace dagegen bestätigte, dass ein Papp-C aus dem Gebäude - nach ihrem Wortlaut - „sichergestellt“ wurde.



Greenpeace fordert neues Klimapaket der CDU

Vor dem am 22. November in Leipzig startenden Bundesparteitag der CDU fordern die Aktivisten eine bessere Klimapolitik. Die Umweltschützer wollen mit dem 30 Zentimeter großen, roten „C“ an den christlichen Anspruch im Parteinamen erinnern, mit der Bitte einen Eilantrag zum Klimaschutzpaket zu stellen.


Sie nehmen damit Bezug auf ein Zitat der CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer CDU-Veranstaltung zum Klimaschutz Anfang September, bei der sie sagte: „Eine Partei, die das „C“ im Namen trägt, muss sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren."


Greenpeace-Sprecherin Marion Tiemann erklärte: „Die CDU kann nicht ewig vom Bewahren der Schöpfung sprechen, ohne auch etwas dafür zu tun.“ Die CDU müsse nun zu ihrem C im Namen stehen, indem ein neues Klimapaket geschnürt werde, damit Deutschland die Pariser Klimaziele einhalten könne. Die CDU würde das "C" immer wieder zu Gunsten der Wirtschaft vernachlässigen, sagte Thiemann weiter.


"Die CDU, die sich selbst als Partei der Mitte sieht, muss endlich echte Antworten auf Fragen des Klimaschutzes liefern. Schließlich besteht in der Gesellschaft der Wunsch nach mehr Klimaschutz", sagt Thiemann.

Auf die Frage, weshalb man keine vergleichbare Aktion bei der SPD durchführe, antwortet Thiemann: "Es sind gerade die CDU geführten Ministerien, wie das Verkehrs- oder Wirtschaftsministerium, die nicht im Sinne des Klimaschutzes agieren."

Wie die Aktivisten den Buchstaben entfernten, blieb zunächst unklar. Die Berliner Polizei konnte zunächst keine Auskunft geben. Die Aktion sei spontan gewesen, Absprachen mit der Polizei habe es im Vorfeld nicht gegeben.

„Das C geht jetzt erstmal auf Reisen“, sagte Greenpeace-Aktivistin Thiemann in einem Twittervideo. Wohin wollte sie nicht verraten, nur dass der Buchstabe an drei Orten innerhalb Deutschland auftauchen solle.

Seine erste Reise unternahm das "C", das mittlerweile schon einen eigenen Twitteraccount hat, mit der BVG. Offenbar gab es jedoch Transportprobleme, wie der sprechende Buchstabe in den sozialen Medien verkündete.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Diebstahl des Buchstabens C mit Humor gekontert. „So ein C für Christlichkeit und Nachhaltigkeit kann auch Greenpeace nix schaden, leihen wir also gerne für kurze Zeit einmal aus“, sagte die Vorsitzende am Donnerstag bei einer Hallenbesichtigung vor Beginn des CDU-Bundesparteitages in Leipzig.

Zuvor hatte sie auf der Parteitagsbühne das C im leuchtenden CDU-Schriftzug besonders sorgfältig inspiziert. „Sie sehen, das Original C steht hier. Da gehört's auch hin“, sagte die Parteichefin. (mit dpa)