Vermisste Rebecca aus Neukölln : „Es ist kein Cold Case“

Im Februar verschwand die 15-jährige Rebecca spurlos. Die Behörden gehen davon aus, dass sie getötet wurde. Doch der Fall beschäftigt Ermittler noch immer.

Mit diesem Flugblatt wendete sich die Schwester von Rebecca Reusch an die Öffentlichkeit.
Mit diesem Flugblatt wendete sich die Schwester von Rebecca Reusch an die Öffentlichkeit.Viva Capulet/Facebook

Fünf Monate liegt das rätselhafte Verschwinden der Schülerin Rebecca aus Berlin-Neukölln zurück – aber der Fall beschäftigt die Ermittler noch immer. „Die Ermittlungen laufen weiter“, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf dpa-Anfrage. „Es ist kein Cold Case, im Gegenteil“. Als Cold Case (wörtlich: kalter Fall) werden Fälle bezeichnet, in denen Ermittlungen nach längerer Zeit ohne Ergebnis geblieben sind. Zum Vorgehen und etwaigen Erkenntnissen machte Steltner keine Angaben.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen seit längerem davon aus, dass Rebecca nicht mehr lebt, sondern Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Sie ist seit dem 18. Februar verschwunden. Zuletzt war sie im Haus ihrer ältesten Schwester und ihres Schwagers. Die Ermittler nehmen an, dass sie das Haus nicht lebend verließ. Der Verdacht fiel auf Rebeccas Schwager: Er war in U-Haft, kam aber wenig später mangels Beweisen wieder frei. Rebeccas Familie beteuerte seine Unschuld.

Über Wochen hatten Einsatzkräfte aufwendig, aber erfolglos in Wäldern und an Seen im brandenburgischen Umland nach Rebecca gesucht. Nach Aufrufen waren rund 2000 Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Fall eingegangen. Die Zahl stagniert laut Polizei inzwischen weitgehend.

Ein anderer Vermisstenfall aus der Hauptstadt zeigt unterdessen, dass selbst nach längerer Zeit noch Bewegung hineinkommen kann. Fast 13 Jahre nach dem Verschwinden der Schülerin Georgine Krüger kommt ab Ende dieses Monats ein 44-Jähriger wegen Mordes und Vergewaltigung vor das Landgericht. Die Leiche Georgines ist bis heute nicht gefunden. Der Beschuldigte ist ein Familienvater aus der Nachbarschaft der damals 14-Jährigen. (dpa)

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