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Polizeiaktion in Berlin-Neukölln : Großeinsatz gegen Raser, Dealer und illegale Kneipen

Mit einem Großeinsatz wollte die Polizei Neukölln sicherer machen. Dazu rückte sie mit 120 Einsatzkräften an - begleitet von Zoll und Ordnungsamt.

Mit 120 Beamten ist die Polizei in Neukölln unterwegs.
Mit 120 Beamten ist die Polizei in Neukölln unterwegs.Foto: dpa/Fischer

Am Freitag Nachmittag und Abend war die Polizei mit 120 Beamten in Neukölln präsent, um nach eigenem Bekunden den Kiez zwischen Hermannplatz und Ringbahn sicherer zu machen. Nach Auskunft eines Sprechers war es bereits der sechste derartige Schwerpunkteinsatz im Bereich der Abschnitte 54 und 55. Zum einen gehe es um Prävention, also Information der Menschen "über Kriminalitätsphänomene". Zweiter Schwerpunkt seien Verkehrskontrollen, bei denen insbesondere nach "Profilierungsfahrern" Ausschau gehalten werde - also jenen meist jungen Männern in teuren und aufgemotzten Autos, die mit immensem Lärm und oft unter kompletter Missachtung von Verkehrsregeln durch den Kiez röhren.

Zwei große Kontrollstellen werden jeweils zeitgleich betrieben, hieß es am Freitagabend. Die genauen Orte wechselten. Bereits in den ersten Einsatzstunden seien diverse "polizeibekannte und auch polizeirelevante Personen" aus arabischen Großfamilien angetroffen worden. Straftaten oder Raserei habe man aber nicht registriert. Gravierendster Verstoß sei ein mangelhaft gesichertes Kind in einem Auto gewesen.

Vor allem Karl-Marx- und Hermannstraße gelten als beliebte Strecken für Raser und motorisierte Angeber - ebenso wie der sogenannte Generalszug mit Gneisenau-, Yorck-, Bülow- und Tauentzienstraße. Dort sind in diesem Jahr bereits mehrfach hochmotorisierte Autos nach illegalen Rennen beschlagnahmt worden.

Dritter Schwerpunkt ist laut Polizei der Drogenhandel, um den sich Beamte in Zivil kümmern. Außerdem stehe am Abend ein "Stubendurchgang" durch teilweise schon einschlägig bekannte Lokale an - gemeinsam mit Zoll und Ordnungsamt. Dabei stünden beispielsweise Drogenhandel, illegaler Waffenbesitz, unklare Eigentums- und Beschäftigungsverhältnisse, Jugendschutz, Steuervergehen, Schwarzarbeit sowie bauliche Mängel im Fokus. Ein typischer Fall seien mangelhafte Entlüftungen von Bars mit Shisha-Öfen. Die können lebensgefährlich werden, wenn sich bei der Verbrennung entstehendes Kohlenmonoxid in der Raumluft anreichert.

Am späten Abend hieß es in einer ersten Bilanz der Lokalkontrollen: "Polizeilich ist relativ wenig dabei gewesen, aber Bezirksamt und Zoll waren ja ebenfalls involviert und hatten einiges zu beanstanden." In einer Shisha-Bar seien mehr als fünf Kilo unversteuerter Tabak gefunden worden. Bei der Kontrolle eines Sportcasinos und eines Automatengeschäfts am Richardplatz habe sich herausgestellt, dass eine Person offenbar in beiden Läden arbeitete - und den einen jeweils per Fernbedienung öffnete und schloss. Es gebe den Verdacht der Schwarzarbeit; das Bezirksamt habe das Geschäft geschlossen. Außerdem seien in einer Bar zwei illegale Spielautomaten festgestellt und abtransportiert worden. Weitere Kollegen hätten ein Lokal in der Jonasstraße kontrolliert - mit noch nicht bekanntem Ergebnis.

Am späten Abend war die Aktion beendet. Die Polizei twitterte mehrfach live von den Einsatzstellen - was einzelne User als unnötige Vorwarnung Krimineller kritisierten.

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