• Prozessbeginn in Kreuzberg: Angeklagter soll spontan Fahrradfahrerin aus Auto heraus beraubt haben

Prozessbeginn in Kreuzberg : Angeklagter soll spontan Fahrradfahrerin aus Auto heraus beraubt haben

In Kreuzberg wurde eine Radfahrerin aus einem fahrenden Auto heraus beraubt – heute begann der Prozess. Der Beifahrer sei damals spontan auf die Idee gekommen.

Ein Fahrradfahrer fährt in Berlin über den Radweg am Moritzplatz. (Symbolbild)
Ein Fahrradfahrer fährt in Berlin über den Radweg am Moritzplatz. (Symbolbild)Foto: picture alliance / Britta Peders

Eine Radfahrerin wurde in Berlin-Kreuzberg aus einem fahrenden Auto heraus beraubt und zu Fall gebracht. Eineinhalb Jahre später hat einer der beiden mutmaßlichen Täter gestanden. Er sei als damaliger Beifahrer spontan auf die Idee gekommen und habe nach der Tasche der Frau gegriffen, erklärte der 28-Jährige am Montag zu Prozessbeginn vor dem Landgericht.

Es tue ihm leid. Der 23 Jahre alte Mitangeklagte schwieg zunächst. Den Männern wird zudem vorgeworfen, den Inhaber eines Lokals erpresst zu haben.

Die 26-jährige Radfahrerin war den Ermittlungen zufolge im Juni 2018 attackiert worden. „Situativ“ hätten die Angeklagten den Entschluss gefasst, der neben ihnen fahrenden Frau die Tasche zu entreißen. Der Beifahrer habe die Geschädigte zunächst angesprochen und dann den Fahrradkorb mit dem daran festgeketteten Brustbeutel „derart heftig zu sich gezogen, dass die Frau mit dem Fahrrad umgerissen wurde“, so die Anklage.

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Sie sei gestürzt und habe mehrere Hämatome an den Beinen erlitten. In der geraubten Tasche hätten sich 140 Euro, ein Handy, Ausweise sowie drei Kreditkarten befunden.

Weitere Vorwürfe an die Beschuldigten

In dem Prozess geht es um insgesamt elf mutmaßliche Taten in der Zeit von Juni 2018 bis Dezember 2019. Mehrfach sollen die Angeklagten den Inhaber eines Lokals im Stadtteil Tempelhof bedroht und die Zahlung von Geld gefordert. Sie würden ihn im Weigerungsfall „für längere Zeit in den Keller sperren“, hätten sie angekündigt.

In vier Fällen habe der Geschädigte 50 Euro und in einem Fall 150 Euro gezahlt. Zu diesen Vorwürfen äußerten sich die Angeklagten zunächst nicht. Der Prozess wird am 17. Dezember fortgesetzt. (dpa)

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