Runder Tisch Sexarbeit : Mehr Beratung und Sicherheit für Sexarbeiter

Das berlinweite Gremium Runder Tisch Sexarbeit hat ein landesweites Konzept entwickelt. Es soll die Lebensbedingungen von Sexarbeitenden verbessern.

Der Senat muss die Maßnahmen beschließen und ab 2020 umsetzen.
Der Senat muss die Maßnahmen beschließen und ab 2020 umsetzen.Doris Spiekermann-Klaas

Das landesweite Konzept zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeitern steht. Von September 2018 bis November 2019 tagte dazu der berlinweite Runde Tisch Sexarbeit mit Vertretern des Senats und der Bezirke sowie Sexarbeitern und Betreibern von Prostitutionsstätten.

Das Gremium empfiehlt unter anderem eine flächendeckende Gesundheitsversorgung für Sexarbeiter, Ausbau der psychologischen Beratung, Erarbeitung eines Leitfadens für mehr Sicherheit bei der Arbeit im Internet, Ausbau der „bereits guten Kooperation“ mit der Polizei sowie die Ausweitung des Berliner Hilfesystems inklusive Zufluchtswohnungen.

Der Senat muss die Maßnahmen beschließen, sie sollen ab 2020 umgesetzt werden. Die Sexarbeiterin Johanna Weber, die für den Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen an der Runde teilnahm, begrüßte, wie viele Sexarbeiterinnen mit einbezogen wurden, und hofft, dass nun „den Worten auch Taten folgen“.

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Die Perspektive männlicher Sexarbeiter war ebenfalls vertreten, was wichtig sei, da deren Arbeitsrealitäten und Bedarfe „sehr unterschiedlich“ seien, sagte Andrei Cracium, der als Sozialarbeiter junge Männer aus der Szene berät.

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