Schüler-Klimaschutzinitiative : Fridays for Future, nur echt im Original

Anbieter schlagen mit Merchandising-Artikeln Profit aus der Bewegung. Das einzig offizielle Produkt ist aber ein Bio-Armband.

Am Bande. Der offizielle Fridays-for-Future-Artikel, alles bio.
Am Bande. Der offizielle Fridays-for-Future-Artikel, alles bio.Foto: Wristler Original

Die Organisatorinnen und Organisatoren der Schüler-Klimaschutzinitiative Fridays for Future ärgern sich über Produkte, mit denen andere dank des Image der Initiative verdienen wollen. „Das einzige offizielle Produkt von Fridays for Future ist unser neues Festivalarmband. Bitte nehmt Abstand von sämtlichen Produkten auf Amazon und anderswo, die versuchen, mit unserem Namen Geld zu machen. Danke!“, steht auf der Website von „Fridays for Future in Deutschland“.

Das „erste und einzige Produkt von und für Fridays for Future“ sei, seit März 2019, ein weißes Armband. „Wir haben lange drüber diskutiert, ob wir es produzieren lassen sollen und ob wir als Bewegung, die sich gegen den Massenkonsum und für Umweltschutz einsetzt, überhaupt Merchandise verkaufen sollten. Wir haben uns trotzdem dazu entschlossen, dieses Band zu produzieren“, teilt Fridays for Future mit.

Das Armband sei so klimaneutral wie möglich hergestellt. Es bestehe aus Bio-Baumwolle und wurde in Deutschland von dem Ein-Mann-Unternehmen Wristler Original per Siebdruckverfahren und mit biologischen Farben bedruckt. Selbst der Verschluss sei biologisch abbaubar. Das Bändchen – „das übrigens sehr viel umweltfreundlicher ist als zum Beispiel die Produktion eines Fridays-for-Future-T-Shirts“ – koste daher mit vier Euro verhältnismäßig viel. Der Hersteller mache damit aber keinen Gewinn.

Im Internet würden viele anscheinend offizielle Fridays-for-Future-Produkte beworben, wie T-Shirts, Buttons, „alles, was man sich vorstellen kann. Und das Interesse besteht, die Produkte werden gekauft“. Die Einkünfte kämen aber nicht Fridays for Future zugute. Beim Armband gingen indes „fünfzig Cent des Verkaufspreises ohne Umwege als Spende direkt an die Fridays-for-Future-Bewegung“.

Wer bestellen will, soll ebenfalls an die Umwelt denken: „Brauchst du das Bändchen wirklich zehn Mal?“ Sammelbestellungen seien sinnvoll. Um direkte Geldspenden bittet Fridays for Future zugunsten der teils geforderten Bußgeldzahlungen wegen versäumten Unterrichts.

Vielfach würden Jugendliche nach Streikorten suchen, die nicht auf der Website stehen, man könne sie bei der betreffenden Ortsgruppe oder beim zuständigen Ordnungsamt erfahren, heißt es. Für die Ankündigungsinfrastruktur vernetzen sich Organisatoren über Telegram- oder Whatsapp-Nachrichtendienste. Es gibt auch einen Newsletter, er informiert etwa in Vorbereitung des nächsten Großstreiktages im Vorfeld der EU-Wahlen, am Freitag, 24. Mai.

Info zum Benefizband: www.fridaysforfuture.de/armbaender. Nächste Schülerstreikdemo in Berlin: morgen Freitag, 12 Uhr, im Invalidenpark. Alle Termine: www.fridaysforfuture.de/streiktermine. In Köln ist fürs Wochenende eine Veranstaltung geplant, bei der Initiatoren nicht ausgegebene Förder- und verschwendete Steuergelder in Milliardenhöhe symbolisch Fridays for Future zugunsten der Klimawende zugute kommen lassen wollen.

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