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Sicherheitsgefühl in der Hauptstadt: Rund die Hälfte der Berliner fühlt sich nachts unsicher
Eine aktuelle Befragung verdeutlicht, wie stark das Sicherheitsgefühl vom Tageslicht abhängt. Besonders Frauen geben an, sich nachts und im öffentlichen Nahverkehr unwohl zu fühlen.
Stand:
Knapp jeder zweite Berliner fühlt sich nachts in der Stadt unsicher. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Tagesspiegel hervor. Demnach fühlen sich 27 Prozent der Berlinerinnen und Berliner nachts „sehr unsicher“. 22 Prozent gaben an, dass sie sich „eher unsicher“ fühlen. Nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten fühlen sich nachts „sehr“ oder „eher sicher“ in Berlin, der Rest ist unentschieden.
Das nächtliche Sicherheitsgefühl in Berlin liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie in anderen Bundesländern. Tagsüber steigt das allgemeine Sicherheitsgefühl: 60 Prozent der Berlinerinnen und Berliner fühlen sich im Hellen sicher, während sich 30 Prozent unsicher fühlen. Im ARD-Deutschlandtrend, in dem nicht zwischen Nacht und Tag unterschieden wird, gab zuletzt etwa die Hälfte der Befragten an, sich im öffentlichen Raum unsicher zu fühlen.
Das Sicherheitsgefühl ist ein subjektives Empfinden und wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Neben der tatsächlichen Kriminalitätsrate vor Ort gehören dazu persönliche Erfahrungen, die mediale Berichterstattung, das eigene soziale Umfeld und die Bewertung der eigenen Vulnerabilität.
Kriminalitätsrate in Berlin sinkt leicht
In Berlin ist die Kriminalitätsrate – sprich: die Anzahl der registrierten Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl – in den vergangenen zehn Jahren leicht gesunken. Während die Polizei 2014 noch 543.156 Fälle bei rund 3,5 Millionen Einwohnern erfasste, waren es 2024 insgesamt 539.049 Fälle bei knapp 3,7 Millionen Einwohnern.
Im öffentlichen Nahverkehr fühlt sich laut Umfrage etwa die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner sicher, 42 Prozent gaben an, dass sie sich „eher“ und „sehr sicher“ fühlen. Sehr hoch ist das Sicherheitsgefühl der Berliner in der eigenen Nachbarschaft. 76 Prozent der Befragten gaben an, sich im eigenen Kiez sicher zu fühlen. „Sehr unsicher“ fühlen sich im eigenen Wohnumfeld nur vier Prozent, elf Prozent „eher unsicher“. Auch diese Zahlen decken sich mit bundesweiten Erhebungen.
Teils deutliche Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen. Während sich 40 Prozent der Männer nachts unsicher fühlen, sind es bei Frauen rund 60 Prozent. Auch im ÖPNV fühlen sich Frauen unsicherer als Männer.
Für die Umfrage wurden 1000 Berlinerinnen und Berliner zwischen dem 28. November und dem 7. Dezember 2025 befragt. Der Fehlerquotient – also die mögliche Abweichung zu den realen Werten – liegt zwischen 6,2 Prozent (bei dem Sicherheitsgefühl im ÖPNV) und 8,9 Prozent (bei dem Sicherheitsgefühl in der Nacht).
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