zum Hauptinhalt
Gute Geschäfte wurden im vergangenen Jahr auf fast allen Teilen des Marktes gemacht
© imago stock&people

Rekordwert von 23,8 Milliarden Euro: So viel Geld wie nie in Berliner Immobilien investiert – Preise steigen weiter

23,8 Milliarden Euro zahlten Käufer für Häuser und Wohnungen in der Stadt in 2021. Das meldet der Gutachterausschuss für Grundstückswerte.

23.786.400.000 Euro investierten Käufer von Grundstücken und Häusern im vergangenen Jahr in Berlin – fast ein Drittel mehr als im Vorjahr (plus 31 Prozent). So viel Geld ist laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte noch nie in der Stadt auf dem Immobilienmarkt umgesetzt worden. Für diese Zahlen werden alle wirksam unterzeichneten notariellen Kaufverträge ausgewertet.

Gute Geschäfte wurden im vergangenen Jahr auf fast allen Teilen des Marktes gemacht. Private Käufer einer einzelnen Wohnung drängen ebenso auf den Markt wie professionelle Anleger, die ganze Häuser erwerben oder Projektentwickler, die Grundstücke für den Bau von Immobilien kaufen. Aber nicht überall kommen sie zum Zuge und wenn doch, müssen sie deutlich mehr Geld bezahlen als im Vergleichsjahr 2020.

Deutlich wird es etwa bei Eigentumswohnungen. In Berlin wurden im vergangenen Jahr 18519 Wohnungen verkauft – das sind 22 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Allerdings mussten die Käufer auch mehr Geld bezahlen: Dieser sogenannte Geldumsatz stieg um 37 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Die Wohnfläche, die dabei erworben wurde, stieg lediglich um 22 Prozent.

Umgerechnet ergibt sich dadurch eine Preissteigerung für eine Eigentumswohnung um 14 Prozent.

Bauflächen sehr begehrt

Die gute Nachricht: Der Wunsch zu bauen ist unverändert groß und mehr Wohnungen im Angebot könnten die Preise dämpfen. Unbebaute Grundstücke für 311 Hektar wechselten den Eigentümer. Das übertraf die im Vorjahr gehandelte Fläche um 47 Prozent.

Nicht ganz so stark stieg das Geld, das bei diesen Geschäften den Besitzer wechselte (plus 40 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro). Die geringfügig gesunkene Zahl der „Kauffälle“ – die Zahl der einzelnen Deals – (minus neun Prozent auf 1183) spricht für eine starke Nachfrage nach großen Flächen.

Unverändert begehrt sind Mietwohnhäuser sowie Wohn- und Geschäftshäuser bei Investoren. Fast 1000 Wohn- und Geschäftshäuser wurden in 2021 verkauft, 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg dagegen um 50 Prozent auf 7,461 Milliarden Euro.

[Mehr aus der Hauptstadt. Mehr aus der Region. Mehr zu Politik und Gesellschaft. Und mehr Nützliches für Sie. Das gibt's nun mit Tagesspiegel Plus: Jetzt 30 Tage kostenlos testen.]

Daraus leiten die Gutachter eine Änderung des mittleren Kaufpreises um plus 11 Prozent ab. Bei den Mietwohnhäusern stieg der mittlere Kaufpreis um sieben Prozent, Miethäuser im Wert von 2,4 Milliarden Euro wurden verkauft – ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für Häuslebauer wurde es teurer

Und die Häuslebauer? Errechnet man den mittleren Kaufpreis, zahlten sie 16 Prozent mehr für ihr Ein- oder Zweifamilienhaus als ein Jahr zuvor. In das eigene Haus zogen 2712 Haushalte, fast genau so viele wie im Corona-Jahr 2020 (2724), mussten dafür aber knapp 1,9 Milliarden Euro ausgeben. Das Entspricht einem Plus von 14 Prozent beim umgesetzten Geld.

[Stadtentwicklung, Verdrängung, Gentrifizierung - immer wieder Themen in den bezirklichen Newslettern vom Tagesspiegel, ganz unkompliziert und kostenlos bestellen unter leute.tagesspiegel.de]

„Die Zahlen zeigen, dass es keine anhaltende Marktberuhigung im Immobilienhandel gibt“, sagte die Staatsekretärin für Mieterschutz und Quartiersentwicklung Ülker Radziwill (SPD). Der steigende Geldumsatz auch bei Mehrfamilienwohnhäusern deutet auf steigende Mieten hin – der Käufer muss mehr Geld wieder herein bekommen. Dem müsse mit dem „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“, durch den Neubau Wohnung sowie durch „die Ausnutzung aller gesetzlich zur Verfügung stehenden Instrumente“ begegnet werden.

Zur Startseite