"Tiny House Festival" in Berlin : "Minihäuser passen ins Stadtbild"

Das „Tiny House Festival“ zeigt in der Urania Berlin alternatives Wohnen. Doch die Mini-Hütten sind nicht für jeden etwas, sagt Architekt Van Bo Le-Mentzel.

Paul Lütge
Platz ist in der kleinsten Hütte. Vor der Urania werden Ideen für alternatives Wohnen vorgestellt.
Platz ist in der kleinsten Hütte. Vor der Urania werden Ideen für alternatives Wohnen vorgestellt.Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

Vor der Urania startet am Mittwoch das „Tiny House Festival“. Bis 3. September werden Mittwoch bis Sonntag Ideen für platzsparendes Wohnen vorgestellt, darunter Mini-Hütten. Wir sprachen mit dem Architekten Van Bo Le-Mentzel darüber.

Herr Le-Mentzel, könnten Sie sich vorstellen, selbst in einem ihrer etwa Sechs-Quadratmeter-Häuser zu wohnen?

Unter Umständen ja. Momentan wohne ich mit meiner Familie in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, das ist auch nicht sehr anders. Aber natürlich ist Leben auf kleinstem Raum nicht jedermanns Sache. Wobei selbst das Weiße Haus nichts für jeden ist, fragen Sie mal Melania Trump.

Auf Ihrem Festival stellen Sie verschiedene Minihäuser vor. Wollen Sie damit das klassische Wohnen verdrängen?

Nein, auf keinen Fall. Allerdings benötigen wir alternative Möglichkeiten, um in Großstädten zu wohnen. Mir geht es hierbei nicht um Minimalismus, sondern Verantwortung in der Gesellschaft. Unser Festivaldorf, wir nennen es Tiny House Town, lädt zu Diskussionen über neue Wohnideen ein. Am 13. August können Interessierte hier auch selbst ein Tiny House bauen.

Video
Architekt Van Bo Le-Mentzel und Urania-Direktor Ulrich Weigand
Tiny Town Urania – Minihaus für 100 Euro

Passen Ihre Miniaturhäuser optisch ins Berliner Stadtbild?

Für mich passen alternative Wohnideen wie unsere Tiny Houses sehr wohl ins Stadtbild. Was mir nicht passt, sind eher Flüchtlingscontainer wie jene auf dem Tempelhofer Feld. Da braucht es andere Ideen.

Leben in mobilen Tiny Houses ist bislang nicht erlaubt. Wie wollen Sie das ändern?

Ich träume von einem Ausweis, der es Menschen erlaubt, in diesen alternativen Wohnarten zu leben. Meiner Auffassung nach wohnt man eben nicht nur privat, sondern hat auch eine Verantwortung für die ganze Stadt. Wie Feuerwehr oder Polizei tragen auch alternative Wohnarten ihren Teil dazu bei.

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Van Bo Le-Mentzel ist Architekt der „Tiny Houses“ und Kurator des Festivals. 2015 gründete er das Kollektiv „Tinyhouse University“, welches neue Wohnformen kreativ erforscht.

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