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An Länden des Heinrichplatzes hängen Protestplakate.

© imago images/Peter Seyfferth

Absage in Berlin-Kreuzberg: Umbenennung von Heinrichplatz in Rio-Reiser-Platz vorerst geplatzt

Hier flogen schon früh Steine auf Polizeiautos: Am Heinrichplatz in Kreuzberg. Die Umbenennung in Rio-Reiser-Platz muss nun abermals warten.

Der Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg wird doch noch nicht zum Rio-Reiser-Platz. Das berichtete das Inforadio vom RBB am Donnerstag unter Berufung auf das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie den Bruder des 1996 verstorbenen Sängers Rio Reiser. Geplant war die Umbenennung für den 12. Juni.

Grund für die Absage seien Einsprüche von Anwohnern, hieß es. Das Bezirksamt habe bestätigt, dass jetzt die juristische Klärung abgewartet werden müsse.

Bereits im November 2019 hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) für die Umbenennung gestimmt. Diese sollte zum 70. Geburtstag Reisers und dem 50. Jubiläum der Band "Ton Steine Scherben" stattfinden - im September vergangenen Jahres. Das Vorhaben geht zurück auf einen Antrag der Linken von 2017.

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Rund um den Heinrichplatz war Kreuzberg schon immer umkämpft und die Anwohner wussten sich zu wehren. Sie gingen auf die Straßen – es ging um Wohnraum, Verdrängung – und die Frage, wem diese Ecke von Berlin-Kreuzberg gehört.

Eine Hymne der Proteste gegen Verdrängung und explodierende Mieten lieferten Rio Reiser und Band: 1972 sangen sie: „Wir brauchen keine Hausbesitzer. Denn die Häuser gehören uns. Aus dem Weg, Kapitalisten! Die letzte Schlacht gewinnen wir.“

Sonja Wurtscheid

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