• Umweltsenatorin spendiert Fördergelder: Zehn Millionen Euro für neue Heizungen und Gründächer

Umweltsenatorin spendiert Fördergelder : Zehn Millionen Euro für neue Heizungen und Gründächer

Hauseigentümer können sich den Austausch alter Ölheizungen und die Begrünung von Dächern bezuschussen lassen. So soll Berlin "klima-robuster" werden.

Der Himmel über dem Berliner Gründach. Schon vor Jahrzehnten hatte der Senat diese gefördert.
Der Himmel über dem Berliner Gründach. Schon vor Jahrzehnten hatte der Senat diese gefördert.Foto: Jörn Hasselmann

Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) spendiert fast zehn Millionen Euro Fördergeld für Hauseigentümer. Das hat der Senat am Dienstag auf Vorlage von Günther beschlossen. Sechs Millionen Euro Fördergeld gibt es für den Austausch von bis zu 1200 alten Ölheizungen. Mit 3,5 Millionen werden „1000 grüne Dächer“ bezuschusst.

„Die schnelle Klimaerhitzung spüren wir heute schon in Berlin", begründete Günther ihre Initiative. Mit der Begrünung von eintausend Dächern werde die Stadt ein Stückchen "klima-robuster". Denn Gründächer halten Regenwasser zurück. Dies hilft, dass bei Starkregen nicht so schnell die Kanalisation überlastet wird. Zudem kühlen sie durch Verdunstung und verbessern die Luft.

Ganz nebenbei entstehen dadurch "attraktive Erholungsort für Menschen und neuer Lebensraum für Insekten, Vögel und Pflanzen", sagte Günther. Die Förderung wird auf Antrag als Zuschuss von 75 Prozent (maximal 60.000 Euro pro Gebäude, maximal 60 Euro pro Quadratmeter) für mindestens 100 Quadratmeter Dachfläche gewährt. Zudem gibt es Fördermittel bis zu 100 Prozent der Kosten für "besonders innovative, experimentelle und gemeinwohlorientierte Projekte mit Vorbildcharakter", wie die Umweltverwaltung mitteilt.

Im Vorfeld des Programms bietet die Berliner Regenwasseragentur eine kostenlose Beratung zu Fragen der Dachbegrünung und zu den Möglichkeiten der Förderung an.

30.000 Tonnen CO2 einsparen

Mit dem Heizungsaustauschprogramms will Günther bis zu 30.000 Tonnen CO2 einsparen. Berlin kompensiere mit dem Förderprogramm die völlig verzerrten Steueranreize des Bundes, die ausgerechnet besonders klimaschädliche Ölheizungen bevorzugen, hieß es. Günther forderte den Bund auf, endlich die Privilegierung von CO2-intensiven Energieträgern zu beenden. Mit dem Fördergeld können Eigentümer von Einfamilienhäusern, Doppelhäusern und kleineren Mietshäusern ihre alte Ölheizung durch Wärmepumpen, Holzpelletkessel oder Solarthermieanlagen ersetzen.

Für die Förderung stellt der Senat zum Doppelhaushalt 2020/2021 bis zu sechs Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld könnte der Austausch von mindestens 1200 Heizungen auf erneuerbare Energieträger gefördert werden. Derzeit gibt es in Berlin noch rund 66.000 Ölheizungen, der Verbrauch von Heizöl im Wohnungsbereich ist für den Ausstoß von 1,2 Mio. Tonnen CO2 (Stand 2016) verantwortlich – das sind gut sechs Prozent der gesamten Berliner CO2-Emissionen. Diese wurden 2016 auf 20,1 Millionen Tonnen geschätzt.

Anträge für Zuschüsse können voraussichtlich ab August bei der IBB gestellt werden. Beide Programme stehen noch unter dem Vorbehalt einer Freigabe durch den Landesrechnungshof. Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden: Bis 2050 sollen laut Berliner Klimaschutzprogramm (BEK) mindestens 85 Prozent der berlinweiten CO2-Emissionen gegenüber 1990 eingespart werden.

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