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Für das laufende Jahr äußerte sich VZB-Geschäftsführer Christian Rumpke pessimistisch. „Der best case ist, dass sich die Preissteigerungen nicht fortsetzen. Der best case ist nicht, dass es billiger wird.“
© dpa/Christin Klose

Hohe Preise in Brandenburg: Verbraucherzentrale berät zu Energieversorgung

Ein Großteil der Beratungen der Brandenburger Verbraucherzentrale dreht sich um Energie. Die Zentrale warnt vor einem „Enkel-Energietrick" und rät zum Sparen.

Brandenburgs Verbraucherschützer spüren den Anstieg der Energiepreise: Von den 12.600 Beratungen der Verbraucherzentrale im Jahr 2021 drehte sich ein Großteil um die Energieversorgung.

„Die wichtigsten Themen sind im Moment die Energieversorgung und die Energiepreise“, sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) bei der Vorstellung des Jahresberichts der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) am Montag.

VZB-Geschäftsführer Christian Rumpke verwies darauf, dass sich die Lebenshaltungskosten einer mit Erdgas versorgten vierköpfigen Familie 2022 im Verhältnis zu 2021 um rund 3000 Euro erhöhen. Größter Posten seien die Kosten für die Gasversorgung, die um 95 Prozent gestiegen seien.

Für das laufende Jahr äußerte sich Rumpke pessimistisch. „Der best case ist, dass sich die Preissteigerungen nicht fortsetzen“, sagt Rumpke. „Der best case ist nicht, dass es billiger wird.“ Zudem warnte Rumpke vor Folgen für das Gasleitungsnetz, wenn Teile des Netzes trockenfielen. „Der schlechteste Fall ist: Es kommt zu regionalen Ausfällen bei der Energieversorgung.“

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Brandenburgs Chef-Verbraucherschützer Rumpke riet Mietern dazu, jetzt „Geld zurückzulegen für die Nachzahlungen und weniger Energie zu verbrauchen“.

„Eine Ölheizung ist sicher nicht mehr der Pfad der Zukunft“

Hausbesitzer hingegen sollten sich der Hebel bewusst sein, die sie haben. Dazu zähle die Frage nach der Heizungsart ebenso wie jene nach der Dämmung und Isolierung des Gebäudes. „Man sollte sich zunächst einmal den Grad der Wärmedämmung ansehen“, sagte Rumpke. „Und dann sollte man klären, womit man heizt – eine Ölheizung ist sicher nicht mehr der Pfad der Zukunft.“

Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale warnte zudem vor unseriösen Haustürgeschäften im Bereich Energie. „Es ist eine Frage der Zeit, dass der Enkeltrick irgendwann zum Enkel-Energietrick werde wird“, sagte Rumpke. „Es wird zu Haustürgeschäften kommen, wo jemand jemandem sagen wird, er müsse jetzt unbedingt diesen Vertrag unterschreiben, weil irgendwann der Erdgasmarkt in sich zusammenfallen wird.“

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Generell sollte man bei einem Anbieterwechsel überlegt handeln, sich von einem Energieberater Auskunft geben lassen und keine auch vorschnelle Entscheidungen treffen.

Die vom Land mit 2,3 Millionen Euro im Jahr geförderte Verbraucherzentrale Brandenburg betreibt insgesamt acht feste Beratungsstellen im gesamten Bundesland. In insgesamt 31 Orten in Brandenburg finden außerdem mobile Beratungen mit einem sogenannten „Digimobil“ statt.

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