Verkehr im Großraum Berlin : Berlins Autofahrern steht ein Stau-Sommer bevor

Der Sommer ist da, und das heißt auch: Auf Berlins Straßen wird gearbeitet. Wer auf der Autobahn unterwegs ist, braucht Geduld. Auch für Zugfahrer gibt es Behinderungen.

Bauarbeiter beim Einsatz auf der A100 in Berlin (Symbolbild)
Bauarbeiter beim Einsatz auf der A100 in Berlin (Symbolbild)Foto: DPA/Matthias Balk

Wer Berlin jetzt oder in knapp drei Wochen zu Beginn der Ferien mit dem Auto verlassen will, braucht auf vielen Strecken Geduld. Zahlreiche Baustellen auf den Autobahnen bremsen die Fahrt. Mit Hochdruck wird auch in den Ferien weitergebaut. In Berlin gibt es derzeit zwei Autobahn-Großbaustellen: auf dem Schönefeld-Zubringer der A 113 und auf dem Pankower Abzweig der A 114. Hinzu kommen zahlreiche Bauarbeiten in Brandenburg.

A113: Schönefeld-Zubringer bis August Baustelle

Voraussichtlich noch bis zum 17. August werden auf der A 113 zwischen den Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Späthstraße beide Richtungsfahrbahnen erneuert. Die durch eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion, auch „Krebs“ genannt, stark beschädigte Betonfahrbahn des erst 2005 eröffneten Autobahn-Abschnitts wird, wie berichtet, durch eine Asphaltschicht ersetzt. Während der Bauzeit wird der Verkehr jeweils zweispurig über die Gegenfahrbahn geleitet; die Anschlussstellen sind teilweise oder komplett gesperrt. Andere Abschnitte sind bereits erneuert worden.

A 114 - daher: Tuckern im Zug zwischen Gesundbrunnen und Oranienburg

Auf der A 114 wird die Brücke über dem Außenring der Bahn abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Zwischen der Schönerlinder Straße und dem Dreieck Pankow gibt es deshalb bereits seit Ende März je Richtung nur noch eine Fahrspur. Die 1974 gebaute Bahnbrücke hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Den Abriss bekommen nun auch Bahnfahrer zu spüren: Die REs der Linie 5 von und nach Rostock/Warnemünde und Stralsund fahren noch bis kommenden Freitagabend nicht zwischen Gesundbrunnen und Oranienburg. Wer an die östliche Ostsee will, muss dann zwischen diesen beiden Bahnhöfen mit der S1 tuckern und sich dort in den RE schwingen oder sich in einen der wenigen ICEs quetschen, die durchfahren. Von der Unterbrechung betroffen sind auch andere Regionalbahnlinien, etwa die nach Zielona Gora, sowie zeitweise die S8 zwischen Blankenburg und Mühlenbeck-Mönchmühle.

Wo wird denn nun gebaut? Hier.
Wo wird denn nun gebaut? Hier.Grafik: Gitta Pieper-Meyer

Eine weitere Großbaustelle kommt in den Ferien hinzu. Auf der maroden Rudolf-Wissell-Brücke, die in wenigen Jahren abgerissen wird, muss vorher noch die Fahrbahn Richtung Süden saniert werden, die dann gesperrt wird. Auch hier gibt es dann auf der Gegenfahrbahn jeweils nur noch zwei schmalere Spuren statt drei je Richtung.

Nördlicher Berliner Ring: 2022 drei statt zwei Spuren

In Brandenburg müssen sich Autofahrer durch weitere Baustellen quälen, die Tempo 60 oder 80 vorschreiben und bei denen Fahrbahnen teilweise gesperrt oder verengt sind. Zwei Großbaustellen gibt es auf dem Berliner Ring – im Süden wird die Autobahn zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam auf vier Spuren je Richtung ausgebaut, im Norden wird die A 10 zwischen dem Dreieck Pankow und dem Dreieck Havelland von zwei auf drei Spuren je Richtung erweitert;.

A 24: Ausbau der Autobahn Berlin-Hamburg

Die anschließende A 24 Richtung Hamburg und Neuruppin erhält neben ihren zwei Fahrstreifen je Richtung zusätzlich einen 3,75 Meter breiten befahrbaren Standstreifen, der abhängig vom Verkehrsaufkommen zum Befahren freigegeben werden kann.

Die Geschichte der Berliner Stadtautobahnen
Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.Weitere Bilder anzeigen
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17.03.2017 08:24Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.

Im Süden gibt es gute Aussichten: Ende des Jahres soll der rund fünf Kilometer lange Abschnitt zwischen Michendorf und dem Dreieck Potsdam fertig sein; die Arbeiten insgesamt sollen aber bis 2020 dauern und werden Autofahrer noch in mehreren Ferien aufhalten. Im Norden reicht der Terminplan bis Ende 2022.

Dort wird seit Anfang Juni zwischen der Anschlussstelle Mühlenbeck und dem Dreieck Pankow gearbeitet sowie zwischen der Anschlussstelle Oranienburg und dem Dreieck Havelland, das schon umgebaut ist. Noch vor den Ferien kommt am 25. Juni der Abschnitt auf der A 24 Richtung Neuruppin hinzu. Gebaut wird in mehreren Abschnitten – mit dazwischen liegenden „Beruhigungsstrecken“.

Wer den Großraum Berlin geschafft hat, kann sich noch lange nicht entspannen

Hinzu kommen weitere Arbeiten auf dem Ring, die teilweise aber vor den Ferien abgeschlossen sein sollen. Dazu gehört unter anderem der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Hellersdorf und Erkner, die Bereiche Rangsdorf, Phöben und Potsdam-Nord sowie Birkenwerder. Auf der A117 gibt es wegen eines Brückenneubaus im Bereich Waltersdorf Einschränkungen.

Und wer den Großraum Berlin geschafft hat, kann sich noch lange nicht entspannen. Auf den Autobahnen Richtung Magdeburg, Rostock, Stettin, Cottbus, Dresden und München wird ebenfalls fleißig gebuddelt.

Wer etwas später in die Ferien fährt, soll aber wenigstens einen Engpass meiden können. Wie Michael Zarth von der planenden Fernstraßengesellschaft Deges sagte, soll es „möglichst früh“ in den Ferien bei der Fahrt Richtung Ostsee an der Petersdorfer Brücke bei Waren wieder zwei Spuren je Richtung geben. Auch dieses Bauwerk an der A 19 nach Rostock muss abgerissen und neu gebaut werden, was zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führt.

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