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Verkehr in Berlin : Chef der Verkehrslenkung wirft hin

Der Chef der umstrittenen Verkehrslenkung verlässt seinen Posten - er war erst ein halbes Jahr im Amt. Der Staatssekretär übernimmt bis ein Nachfolger gefunden ist.

Fahrradfahrer im Straßenverkehr (Symbolbild)
Fahrradfahrer im Straßenverkehr (Symbolbild)Foto: Julian Stratenschulte/dpa


Diese Überraschung dürfte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) nicht gefallen: Die Verkehrslenkung Berlin (VLB) braucht schon wieder einen neuen Chef. Axel Koller hat erst im vergangenen Sommer die Leitung der Behörde übernommen, die stark in der Kritik steht. Zum 15. April verlässt er seinen Posten jedoch schon wieder, wie die Senatsverkehrsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Bis ein Nachfolger gefunden ist, leitet Staatssekretär Jens-Holger Kirchner die Abteilung selbst. Nach Tagesspiegel-Informationen wechselt Koller zu einem anderen Arbeitgeber.

Ein Nachfolger solle schnell gefunden werden, teilte Sprecher Matthias Tang mit. Einfach wird das nicht, denn auch die vorangegangene Suche hatte sich in die Länge gezogen. Den langjährigen Leiter Jörg Lange hatte der damals für Verkehr zuständige Senator Andreas Geisel (SPD) bereits im Herbst 2015 geschasst. Als Innensenator trennte sich Geisel am Montag auch überraschend von Polizeipräsident Klaus Kandt.

Interimistisch leitete dann der frühere Geschäftsführer der Stadtgüter, Peter Hecktor, die Verkehrslenkung. Zwei nach einer Ausschreibung bereits in die engere Wahl gezogene Kandidaten hatten sich dann zurückgezogen. Anschließend wurde Koller ernannt, der vorher das Straßen- und Grünflächenamt Friedrichshain-Kreuzberg geführt hatte.

Der hohe Krankenstand hat sich verringert

Die VLB beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter. Sie ist zuständig für die Sicherheit auf den Berliner Hauptverkehrsstraßen und soll den Verkehr an und um Großbaustellen, bei Großveranstaltungen und Demonstrationen sowie bei Filmaufnahmen, aber auch nach Unfällen lenken. Außerdem soll sie zusammen mit der BVG und der Verkehrsmanagementzentrale über Störungen informieren.

Weil vor allem das Bearbeiten von Anträgen für Baustellen teils mehr als ein Jahr gedauert hatte, hatte die Verwaltungsspitze noch unter Geisel eine Organisationsanalyse durch externe Fachleute auf den Weg gebracht. Sie werde weiter ausgewertet, sagte Tang. Mehr Personal hat es nach den Jahren der Einsparungen bereits vorher gegeben. Auch der einst hohe Krankenstand hat sich verringert.

Koller gilt als erfahrener Beamter, der zupacken, aber auch streiten kann. Nachdem eine Radfahrerin Ende Januar von einem Lastwagen überfahren worden war, sah sich Koller die Unfallstelle an der Einmündung der Kolonnenstraße in die Hauptstraße in Schöneberg zusammen mit Senatorin Regine Günther selbst an. Inzwischen ist der Radweg deutlich markiert. Ganz in Rot.

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