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EM-Fanmeile in Berlin.

© Imago

Hitlergruß und keine Fans? Die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni in Berlin ist ein Erfolg. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Jörn Hasselmann

Der „Niedergang der Fanmeile“ im Tiergarten ist wohl zu schnell ausgerufen worden. 65 000 Fans zählte die Polizei am Sonnabend beim Viertelfinale Deutschland gegen Italien. Der Veranstalter nannte 150 000, über den Tag verteilt. Das ist ein Erfolg. Dass während der Vorrunde die Straße des 17. Juni nicht ganz so voll war, ist normal. Selbst beim Sommermärchen 2006, bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land, war es bei den ersten Spielen im Tiergarten nicht voll. Dass wir die Zahlen vom Sonnabend so geringschätzen, liegt am Größenwahn der Veranstalter in der Vergangenheit.

Bei jeder Silvesterparty sollen es eine Million Menschen gewesen sein, 2006 prahlten Senatssprecher mit knapp einer Million Besucher beim Spiel um Platz drei. Das war und ist natürlich Unfug; schon damals war klar, dass auf die Straße des 17. Juni gar nicht so viele Menschen passen. Ob nun 65 000 oder 150 000 Fans, sie bringen Geld in die Stadt und Berlin ins Fernsehen. Beides ist gut. Dass es ganz vereinzelt hässliche Bilder von tätowierten Hitlergrußzeigenden gibt, ist bedauerlich. Aber kein Skandal und kein Grund, die Fanmeile kaputtzureden.

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