Wohnungen und Häuser : Immobilienpreise in Berlin steigen langsamer

Käufer von Wohnungen oder Grundstücken mussten 2018 mehr bezahlen als zuvor. Zwar stiegen die Preise moderater als 2017, eine Trendwende ist das aber nicht.

Manche Käufer wollen eine Eigentumswohnung nicht selber nutzen.
Manche Käufer wollen eine Eigentumswohnung nicht selber nutzen.Foto: dpa-tmn

Zumindest das explosionsartige Wachstum scheint etwas ausgebremst: Auf dem Berliner Immobilienmarkt stiegen die Preise zwar auch im Jahr 2018, allerdings nicht mehr ganz so drastisch wie im Vorjahr. Das teilte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte am Montag mit. Demnach ist der Umsatz, den Verkäufer mit Wohnungen, Häusern, Grundstücken und Gewerbeeinheiten erzielten, in Berlin um fünf Prozent gestiegen - gegenüber elf Prozent Zuwachs im Jahr 2017.

Dennoch erreichen die Einnahmen mit knapp 19 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Für besonders viel Geld wechselten im vergangenen Jahr Wohn- und Geschäftshäuser den Besitzer: Das Umsatzplus liegt hier bei satten 15 Prozent, was der Gutachterausschuss auf einen erhöhten Anteil hochpreisiger Verkäufe zurückführt.

Weniger Verkäufe als im Vorjahr

In den jährlich veröffentlichen Bericht des amtlichen Expertengremiums fließen alle abgeschlossenen Kaufverträge ein. Das waren im vergangenen Jahr nicht mehr so viele wie im Vorjahr. Veräußerten Verkäufer im Jahr 2017 noch knapp 30.000 Immobilien, waren es jüngst nur noch etwa 27.300 Objekte. Das entspricht einem Minus von 9 Prozent.

Hier setzt die Entwicklung einen Trend der vergangenen zwei Jahre fort: Besitzer und Bauherren verkaufen immer weniger Immobilien und Grundstücke. 2015 lag die Zahl noch etwa bei 32.400 abgeschlossenen Kaufverträgen. Nur bei Mietwohnhäusern und unbebauten Grundstücken zogen die Verkäufe im vergangenen Jahr an.

Immer weiter steigender Umsatz bei immer weniger Verkäufen - pro Immobilie zahlen Käufer also im Schnitt noch immer deutlich mehr. Besonders die verkauften Eigentumswohnungen zeigen das. Zwar stagnieren die Einnahmen bei etwa 5,2 Milliarden Euro, allerdings spülten im vergangen Jahr rund 17.000 Verkäufe diese Summe in die Kassen, während 2017 noch 19.300 Veräußerungen den Betrag einbrachten. Heruntergerechnet auf die verkaufte Fläche ergibt das einen Preisanstieg von 10 Prozent.

Im Neubau, den der Bericht separat ausweist, zahlten Käufer im Schnitt 5690 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung gegenüber 5180 Euro im Vorjahr. Der Zuzug, die niedrigen Zinsen und die gute Wirtschaftslage beeinflussen laut den Gutachtern die Entwicklungen am Markt. Es gäbe kaum noch freie Wohnungen und Büros, teilte der Ausschuss mit. Die Nachfrage übersteige das Angebot deutlich. Auch wenn die Preise langsamer steigen, kann also von einem Ende des Immobilienbooms nicht die Rede sein.

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