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Wohnungsloser zündet Kältebus an: Drittes Fahrzeug der Berliner Stadtmission geht in Flammen auf – Haftbefehl
Wieder ein Schock für die Helfer: Auch der dritte Kältebus der Berliner Stadtmission brennt. Der Täter wird festgenommen, er ist wohnungslos. Die Hilfsbereitschaft für den Verein ist groß.
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Wenige Tage nach den Bränden an zwei Fahrzeugen ist auch der dritte Kältebus der Berliner Stadtmission angezündet worden. Wie der Verein auf Instagram berichtete, ertappten der Sicherheitsdienst und ein Mitarbeiter am Neujahrstag gegen 14.30 Uhr einen 43-Jährigen auf frischer Tat. Sie löschten den Brand noch vor Eintreffen von Polizei und Feuerwehr. Dennoch wurde das Fahrzeug erheblich beschädigt.
Der Täter hat in Deutschland keine Meldeanschrift und ist wohnungslos, teilte eine Polizeisprecherin dem Tagesspiegel mit. Der Mann ist demnach bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, zunächst blieb allerdings offen, in welcher Form. Ein Richter erließ am Freitag einen Haftbefehl gegen ihn, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Nach seiner Festnahme wurde der Mann einem Alkoholtest unterzogen. Das Ergebnis: 1,6 Promille.
Fahrten der Kältebusse nicht eingeschränkt
Die Schäden sind auch in diesem Fall so gravierend, dass der Bus nicht mehr eingesetzt werden kann, sagte Stadtmissionssprecherin Barbara Breuer. Doch die Stadtmission setzt darauf, die Kältebusfahrten gerade angesichts des Winterwetters uneingeschränkt fortzusetzen.
Denn die Autovermietung Allround und der Berliner Verein Zukunftssicherung stellen zwei neue Fahrzeuge als vorübergehenden Ersatz bereit. Zuvor hatte schon der Träger der Stadtmission kurzfristig einen VW-Bus mit Rollstuhlrampe für die Kältehilfe überlassen.
„Somit haben wir drei Kältebusse, die direkt fahren können“, sagte Breuer dem Tagesspiegel. Im Zuge einer „Welle der Hilfsbereitschaft“ seien die Autovermietung und der Verein auf die Stadtmission zugekommen, die Angebote habe man dankend angenommen.
In der Nacht zu Freitag habe der Ausfall des dritten Kältebusses keine größeren Auswirkungen gehabt. „Gestern waren zwei unterwegs, das war regulär so geplant“, erklärte Breuer. „An Sonn- und Feiertagen sind einfach weniger Menschen unterwegs, und dann rufen auch weniger Menschen den Kältebus.“ Zwei Fahrzeuge seien dann in der Regel ausreichend.
Motiv ist unklar
Noch sind allerdings wichtige Fragen offen: Was könnte das Motiv gewesen sein, einen Kältebus anzuzünden, der eingesetzt wird, um obdachlose Menschen in Notunterkünfte zu fahren, um sie vor dem Erfrieren zu retten oder ihnen in kalten Winternächten Tee, Suppe und Schlafsäcke zu bringen? Auch die Stadtmission hat dafür noch keine Erklärung: „Wir hoffen, dass da jetzt ein wenig Licht ins Dunkel gebracht wird“, sagte Barbara Breuer.

© imago/epd/IMAGO/Rolf Zoellner (Zöllner)
Unklar ist auch, ob es einen Zusammenhang mit dem Vorfall in der Nacht zu vergangenem Sonntag gibt. Dabei war ein Kältebus der Stadtmission komplett ausgebrannt, ein anderer teilweise. Die Polizei ging auch dabei von Brandstiftung aus. „Nach dem ersten Vorfall konnten wir uns noch vorstellen, dass es Zufall war. Jetzt kommt die Frage auf, ob ein System dahintersteckt“, sagte Breuer dem Tagesspiegel.
Das war natürlich eine Riesenfreude und eine Supernachricht
Barbara Breuer, Sprecherin der Berliner Stadtmission, über die Spende der Deutschen Bahn.
Die Deutsche Bahn Stiftung, die das Geld für den zerstörten Bus 2022 gespendet hatte, hat inzwischen 70.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Busses zur Verfügung gestellt. „Das war natürlich eine Riesenfreude und eine Supernachricht“, sagte Breuer.
Überhaupt seien die Reaktionen überwältigend gewesen. Es habe viel Zuspruch, große Hilfsbereitschaft und auch etliche Spenden gegeben. Die Stadtmission hatte sich dafür bereits auf Instagram bedankt und ihre Erfahrungen so kommentiert: „Ihr seid einfach krass“. (mit dpa)
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