• Zusammenstoß während der Mietendemo: Polizei räumt gewaltsam besetzten Laden in Kreuzberg

Zusammenstoß während der Mietendemo : Polizei räumt gewaltsam besetzten Laden in Kreuzberg

Am Rande der Mietenwahnsinn-Demo haben Aktivisten einen Laden in der Wrangelstraße besetzt. Die Polizei griff schnell ein und räumte das Geschäft.

Nach der Räumung sichern Polizisten das Geschäft in der Wrangelstraße.
Nach der Räumung sichern Polizisten das Geschäft in der Wrangelstraße.Foto: Christoph Soeder/dpa

Während der Mietenwahnsinn-Demonstration ist es in Berlin-Kreuzberg zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und Polizei gekommen. Mehrere Aktivisten besetzten zeitweilig ein leerstehendes Ladengeschäft auf der Kreuzberger Wrangelstraße 77, die Polizei räumte es kurz darauf wieder.

Das Geschäft Bizim Bakkal war vor vier Jahren als Symbol gegen steigende Preise und Verdrängung in die Schlagzeilen geraten. Es gehörte bis 2005/2006 einem türkischen Gemüsehändler, dessen Mietvertrag gekündigt worden war. Durch massive Proteste im Kiez erreichte jedoch die Nachbarschaft, dass der Hausbesitzer seine Kündigung damals zurücknahm. Dennoch musste der Händler bald darauf den Laden aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Während der Besetzung versammelten sich bis zu 300 Sympathisanten vor dem Laden, der noch immer leer steht. Angerückten Polizisten wurde der Weg zum Geschäft versperrt, es kam zu Rangeleien. Die Beamten hätten "körperliche Gewalt" anwenden müssen, "um das Objekt zu räumen und den Zugang zu sichern", teilte die Polizei mit. Flaschen seien geflogen, drei Personen habe man vorläufig festgenommen. Die Polizei will nun den Einsatz und das vorliegende Videomaterial auswerten. Eine "umfassende Aufarbeitung und Bewertung des Einsatzes" sei erst danach möglich. Dass die Polizei das auf Twitter besonders herausstellt, liegt vermutlich an den teils massiven Vorwürfen von Teilnehmern der Besetzung und der Proteste vor dem Laden. Im Netz beschwerten sich mehrere Aktivisten über "massive Gewalt" von Seiten der Beamten. Diese hätten Menschen "durch Knüppel und Pfefferspray" verletzt.

Herbeigeeilte Mitglieder des Abgeordnetenhauses und des Bundestages seien an ihrem Beobachtungsrecht gehindert worden. Zugleich rügten die Besetzer in einer Pressemitteilung, die Polizei habe "ohne Räumungstitel" geräumt, dies sei eine neue Stufe der Eskalation. Ihr Fazit: "Die Stadt gehört offensichtlich Investoren und der Polizei."

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