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Samstags schon Sonntagskuchen: Bananenbrot macht Wangen rot

Kleiner Aufwand, großer Genuss: Jedes Wochenende eine neue Backidee. Teil 21 variiert einen Klassiker. Und der schmeckt auch vegan.

Von Susanne Leimstoll

Meine Überzeugung war: Bananenbrot und ich werden keine Freunde. Nicht falsch verstehen: Es schmeckt mir ganz wunderbar - solange ein anderer es für mich backt. Meine eigenen Versuche gingen zweimal ordentlich daneben. Bananenbrot - kriegt doch jedes Kleinkind hin, werden Sie entgegnen. Ja, aber wer arbeitet, macht Fehler. Mal waren wohl meine Bananen nicht matschig genug, mal mochte mein Herd den Inhalt der Kastenform nicht ... was weiß ich, schuld sind ja immer die anderen.

Dann entdeckte ich diese beiden völlig unterschiedlichen Rezepte. Das mit Schokolade aus dem winterlichen Kochbuch "Wild & Cosy" (ein Band, so hübsch und begehrt, dass die Neuauflage erst im Januar wieder zu bekommen ist) musste als erstes dran glauben. War ganz einfach - und ist unwiderstehlich mit Schokolade und Walnüssen. Dazu brauche ich nicht mal die im Bildband beschriebenen schottischen Küstenstürme. Und auch Sie werden die Kombination aus Banane, Zartbitterschokolade, Zimt und karamellisierter Walnuss lieben - ein Zwischending aus Schokokuchen und Bananenbrot zwar, aber sogar toll als Dessert mit Eis und Kompott. Ein Rezept mit Geling-Garantie also, mein neuer Winterliebling.

"Wild & Cosy - Wärmende Rezepte für kalte Tage". Julia Cawley. Saskia van Deelen, Vera Schäper, Thorbecke 2020, 176 Seiten, 28 Euro. Nachauflage ab Januar 2021 im Handel
"Wild & Cosy - Wärmende Rezepte für kalte Tage". Julia Cawley. Saskia van Deelen, Vera Schäper, Thorbecke 2020, 176 Seiten, 28 Euro. Nachauflage ab Januar 2021 im Handel
© Thorbecke Verlag / promo

Von den Zutaten her etwas aufwändiger ist das "Banana Bread" von Berlins Backkönigin Cynthia Barcomi. Zur Buchvorstellung gab's eine Kostprobe - die überzeugte bereits restlos. Und für diese Version spricht, dass in den Teig nur etwas Rohrzucker und Ahornsirup statt Haushaltszucker kommen, die restliche Süße und ein feines Vollkornaroma steuern getrocknete Früchte, Haferflocken, Nüsse und weihnachtliche Gewürze bei. Eine gesunde Linie, die sich durchs gesamte Buch von Barcomi zieht. Dort findet man nämlich eine Menge zuckerfreier, veganer und glutenfreier Alternativen. Große Klasse.

Dann fangen wir mal an - die Bananen, gestern aus der Kühlung geholt, sind schon ordentlich nachgedunkelt. Morgen, Kinder, wird's was geben!

DAS REZEPT: Schoko-Bananenbrot mit karamellisierten Walnüssen

Zutaten (für eine Kastenform 20 cm Länge)
500 g reife Bananen (Gewicht mit Schale)
120 g brauner Zucker
130 g weiche Butter (plus etwas zum Einfetten)
1 extra EL Butter
1 Pk. Vanillezucker
2 Eier
250 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 EL dunkler Kakao
1/2 TL Zimt
100 g Zartbitterschokolade
100 g Schmand
4 EL Walnüsse
1 EL Zucker

Zubereitung
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Bananen schälen, klein schneiden und pürieren. Zucker, weiche Butter und Vanillezucker schaumig schlagen, Eier hinzufügen und weiterrühren. Mehl, Backpulver, Salz, Kakao und Zimt unter Rühren dazugeben.

Die Schokolade über einem Wasserbad schmelzen und mit dem Schmand und dem Bananenpüree unter den Teig rühren.

Die Kastenform ausfetten, den Teig hineingeben und in der Mitte des Backofens ca. 50 bis 55 Minuten backen.

Die Walnüsse grob zerstoßen. 1 Esslöffel Butter und den Zucker in einer Pfanne schmelzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Walnüsse hineingeben und mitbraten, bis sich der Zucker an den Nüssen absetzt. Abkühlen und trocknen lassen und über den fertig gebackenen Kuchen streuen.
Tipp
Wer das Ganze als Dessert reichen will: Dazu passen eine Kugel Vanilleeis und Kirschkompott, das man auch auf die Schnelle selber machen kann. Saskia van Deelen beschreibt es im Buch so: Sauerkirschen aus dem Glas (400 g Abtropfgewicht) abgießen und den Saft mit 3 TL Zucker, dem Saft einer halben Zitrone, 75 ml Rotwein und einer Zimtstange aufkochen, dann 5 bis 10 Minuten leise köcheln lassen. 1 EL Stärke in kaltem Wasser anrühren und den Kirschsaft damit binden. Kirschen dazugeben, umrühren und abkühlen lassen. Vor dem Servieren die Zimtstange entfernen.

Und jetzt das Ganze vegan

Bananenbrot sei ihr liebster Begleiter zum Tee, schreibt Cythia Barcomi in ihrem aktuellen Backbuch. "Ich liebe seine Schlichtheit und Vielseitigkeit." Sie hat einige Rezepte dafür parat, aber dieses vegane schmecke "einfach fantastisch". Und worauf warten Sie noch?

DAS REZEPT: Banana Bread mit Datteln und Cranberrys

Zutaten (für eine Kastenform 11 mal 29 cm)
100 ml Mandel-, Cashew- oder Hafermilch
1 TL Apfelessig
2 EL Leinsamen (gemahlen)
3 reife Bananen
5 Datteln (entsteint)
125 ml Pflanzenöl
50 ml Ahornsirup
75 g Muscovado- oder Rohrzucker
1 EL Vanilleextrakt
1/2 TL Salz
1/4 TL gerieben Muskatnuss
1/2 TL gemahlener Zimt
1 TL Natron
1 TL Backpulver
225 g Mehl
35 g kernige Haferflocken
75 g Walnusskerne (grob gehackt)
35 g getrocknete Cranberrys, Rosinen oder getrocknete Kirschen
1 Apfel (entkernt, ungeschält, grob gerieben)
Pflanzenöl zum Ausfetten der Form

"Modern Baking - Mal vegan, mal glutenfrei, mal klassisch - immer lecker". Cynthia Barcomi, DK-Verlag 2020, 192 Seiten, 19,95 Euro
"Modern Baking - Mal vegan, mal glutenfrei, mal klassisch - immer lecker". Cynthia Barcomi, DK-Verlag 2020, 192 Seiten, 19,95 Euro
© Verlag Dorling Kindersley / promo

Zubereitung
Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Eine Kastenform leicht mit Öl einfetten und mit Backpulver auskleiden.

Im Mixer oder mit dem Stabmixer Nuss- oder Hafermilch, Essig, Leinsamen, Bananen, Datteln, Pflanzenöl, Ahornsirup, Zucker und Vanilleextrakt zusammenmixen. In einer großen Schüssel Salz, Gewürze, Natron, Backpulver, Mehl und Haferflocken vermengen. In einer weiteren Schüssel die Walnüsse mit den Trockenfrüchten und dem geriebenen Apfel vermischen.

Die flüssigen Zutaten unter die Mehlmischung rühren. Die Walnuss-Apfel-Mischung unterziehen. Die Masse in die Form füllen und in 30 bis 40 Minuten goldbraun backen. Das Bananenbrot 10 Minuten ind er Form abkühlen lassen, dann herausnehmen.

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