Neue Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“ : Judith Wittwer folgt auf Kurt Kister

Vom „Tages-Anzeiger“ in der Schweiz nach München. Die „Süddeutsche Zeitung“ bekommt mit Judith Wittwer eine neue Chefredakteurin. Kurt Kister verlässt das Leitungsgremium.

Der Schweizer "Tages-Anzeiger" verabschiedet sich von Judith Wittwer, die als Chefredakteurin zur "Süddeutschen Zeitung" wechselt.
Der Schweizer "Tages-Anzeiger" verabschiedet sich von Judith Wittwer, die als Chefredakteurin zur "Süddeutschen Zeitung" wechselt.Screenshot: Tsp

Judith Wittwer, Chefredakteurin des Schweizer "Tages-Anzeigers", wechselt in gleicher Position nach München zur "Süddeutschen Zeitung". Das gab Pietro Supino, Verleger & Präsident von Tamedia, am Dienstag mit. Der Wechsel soll Ende Juni/Anfang Juli erfolgen.

Wittwer, 42, wird die Chefredaktion der überregionalen Zeitung zusammen mit Wolfgang Krach,56, führen, wie die Südwestdeutsche Medienholding am Dienstag bekannt gab. Im Gegenzug wird Kurt Kister die Chefredaktion verlassen. Er verlässt das Leitungsgremium "auf eigenen Wunsch", wird der Redaktion der "Süddeutschen Zeitung" jedoch weiter als Autor angehören.

Judith Wittwer hat ihre journalistische Karriere vor 18 Jahren beim Tages-Anzeiger begonnen und seine Entwicklung wie auch den Aufbau des nationalen Redaktionsnetzwerks von Tamedia in den letzten sechs Jahren maßgeblich, schrieb Supino in einer Mitteilung an die Leser des "Tages-Anzeigers".

Wittwer hat während ihre Zeit bei der Schweizer Zeitung bereits einmal als Korrespondentin in Deutschland gearbeitet.

Neben der journalistischen Arbeit hatte Wittwer beim "Tages-Anzeiger" auch weitergehende Aufgaben im Redaktionsmanagement und der strategischen Entwicklung übernommen. So gehörten ihre Ernennungen zur Nachrichtenchefin, zum Mitglied der Chefredaktion und im Sommer 2017 zur Chefredakteurin zu ihrer Laufbahn.

"Wir bedauern den Weggang von Judith Wittwer sehr. Immerhin können wir ihrer Berufung an die Spitze der ,Süddeutschen Zeitung' positiv abgewinnen, dass wir über unser gemeinsames internationales Korrespondentennetzwerk partnerschaftlich verbunden sind und darum auch mit Judith Wittwer in Verbindung bleiben werden", schrieb Supino weiter.

Integrierte Online- und Print-Chefredaktion

In die Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" werden neben Wittwer zwei stellvertretende Chefredakteure vom Aufsichtsrat berufen. Dabei handelt es sich zum einen um Alexandra Föderl-Schmid, die zur Zeit als Korrespondentin für Israel und die Palästinenser-Gebiete für die "SZ" arbeitet. Zum anderen wir Nachrichtenchef Ulrich Schäfer Vize-Chefredakteur der Zeitung.

Die neue Chefredaktion soll vollständig integriert arbeiten und sich nicht mehr in getrennte Zuständigkeiten für Print und Online aufteilen, teilte die "Süddeutsche" mit. Der Vorsitzende des Herausgeberrates der “Süddeutschen Zeitung”, Johannes Friedmann, dankte dem scheidenden Chefredakteur Kurt Kister. Er habe sich herausragende Verdienste um die "Süddeutsche Zeitung" erworben. "Kurt Kister ist ein Journalist, wie es ihn heute kaum noch gibt: ein exzellenter Schreiber, der vom ,Streiflicht‘ über die Seite-Drei-Reportage und den Leitartikel jede journalistische Form beherrscht, gleichzeitig ein hervorragender Blattmacher und ein strikter Verfechter der Interessen seiner Redaktion", würdigte ihn der Vorsitzende des Herausgeberrates. Kister gehörte der Chefredaktion 15 Jahre lang an, davon zehn als Chefredakteur.

Bascha Mika verlässt "Frankfurter Rundschau"

Unterdessen wurde zudem bekannt, dass Bascha Mika,66, Ende ihren Posten als Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau" altersbedingt aufgibt. Die ehemalige Chefredakteurin der "taz" bleibt der "Rundschau" als Autorin, berichtet das Medienmagazin "Horizont".

Chefredakteur Thomas Kaspar bekommt zwei Stellvertreter: Michael Bayer, bisher Mitglied der Chefredaktion, und Karin Dalka, bisher Leiterin des Politikressorts.

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