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Hilfe, Dirk, wir vermissen dich.
© dpa

Dschungelbuch (4): „Wer, zum Teufel, ist das?“

Hamsterhölle, hässliche Popos, Hilfe aus dem Jenseits. Australien, Tag Vier: Das RTL-„Dschungelcamp“ hat schon einen Gewinner.

Dirk Bach – wer bis in diese Tage nicht gemerkt hat, was wir an dem im Oktober 2012 überraschend verstorbenen Schauspieler, Moderator und Komiker hatten, der weiß es spätestens jetzt, mit der neuen „Dschungelcamp“-Staffel. Wo Bach-Ersatz Daniel Hartwich auch am vierten Tag den unmöglichen Versuch wagte, Sonja Zietlow an bösartigen Kommentaren über das sinnfreie Tun und Lassen der von RTL degradierten C-Prominenten im australischen Busch zu übertreffen, stand Dirk Bach noch vor einem Jahr wie ein Monolith im grünen Dschungel, zog dem Irrsinn des Privatfernsehens - und den Kritikern desselben - eine Nase.

„In seinen großen Momenten beherrschte Dirk Bach die Kunst, auf dem schmalen Grat zwischen gutem Gag und gruseliger Geschmacklosigkeit ein Tänzchen zu wagen“, viel besser als ein Kollege kann man es nicht sagen. Ein Tänzchen hatten wir uns in diesem Jahr auch von Schauspieler Helmut Berger erhofft, aber der ist ja nun schon am zweiten Tag auf einem Golf-Wägelchen von Dr. Bob aus dem Dschungel gefahren worden.

So bleiben uns in Sachen Exzentrik Bergers Stellvertreter Klaus, der unverwüstliche Nordsee-Barde, der wie Kai aus der Kiste kam und uns nun im Hitze-Camp seinen recht ekligen Allerwertesten rausstreckt. Ist es nicht schon schlimm genug, wenn der singt? Und Georgina, laut RTL-Casting-Liste eine „Bachelor-Kandidatin“ (wer oder was ist „Bachelor?“) im Hamsterfell-Imitat mit Mäuseschwänzchen, die von besonders masochistischen Zuschauern am Montagabend  bereits zum dritten Mal zur Dschungelprüfung gewählt, der so genannten „Hamsterhölle“. Oder die verzweifelten Versuche der RTL-Redaktion und Gagschreiber, Erpresser-Arno im voice over klug-sinistre Gedanken gegen seine Lager-Kollegen zu unterstellen.

Georgina, Arno, Silva, Patrick, Iris - „sag mal, wer zum Teufel ist das?“ So oft wie diesmal ist das der durchaus trashsinnige TV-Kritiker, der sich den Rest des Jahres US-Serien, „Tatort“ oder auch mal „Wetten, dass?“ angucken darf, von seiner Frau vorm Fernseher noch nicht gefragt worden. Tja, wer zum Teufel ist das? Keine Ahnung. Will ich auch gar nicht mehr wissen. Quotenmäßig wird das mit den „Stars“ natürlich weiter alles gut laufen. Morgen, übermorgen, nächste Woche, nächstes Jahr. Nur, dann besser ohne mich. Es gibt es keinen besonderen Grund, nach Dirk Bachs Ableben „Dschungelcamp“ zu schauen. Mathieu Carriere und Rainer Langhans, Camper mit Augenzwinkern, die dem Ganzen noch irgendeinen unerwarteten Dreh außerhalb des totgelaufenen Big-Brother-Ekel-Dings geben konnten, waren schon da. Am Dienstag darf Georgina schon wieder zur Prüfung.

„Dicki“ hatte Sonja Zietlow Dirk Bach immer gerufen, wenn sie mal wieder so tat, als wolle sie ihren Moderationspartner im „Dschungelcamp“ zurechtweisen. Dicki schaute dann mit treuen Augen in die Kamera, als könne er kein Wässerchen trüben. Dabei hatte er sich eine Frechheit geleistet, RTL-Kollegen geschmäht oder Gags auf Kosten der Lagerinsassen abgesondert. Der Majordomus des Fernsehtrash. Hilfe, Dirk, wir vermissen dich.

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