Zu meinem ÄRGER : Angst-Titel zum Coronavirus

„In Zeiten, wo Rassismus salonfähig geworden ist, ärgert mich das zutiefst“: Die Medienwoche im Blick von Schauspielerin Sesede Terziyan.

Sesede Terziyan
Sesede TerziyanFoto: ARD/Markus Nass

Sesede Terziyan, Schauspielern, „WaPo Berlin“ (Dienstag, ARD, 18 Uhr 50)

Frau Terziyan, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien denn am meisten geärgert?

Über die Pietätlosigkeit von Titelschlagzeilen in Bezug auf das Coronavirus. Die Titel schüren das ohnehin schon existierende rassistische Gedankengut, das sich aus Dummheit, Angst und Unwissenheit verbreitet. Diese fehlende Verantwortung und Sensibilität in der Presse finde ich furchtbar – oder ist es doch einfach nur Dummheit, Geschmacklosigkeit? In Zeiten, wo Rassismus salonfähig geworden ist, ärgert mich das zutiefst!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

Freuen ist nicht der richtige Ausdruck. Uno-Sonderbeauftragter Nils Melzer berichtet über die Erkenntnisse seiner Untersuchung im Fall von Wikileaks-Gründer Julian Assange. Ernsthafte journalistische Arbeit überprüft den Sachverhalt, übernimmt Verantwortung und teilt die Erkenntnisse, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dies zeigt dieser Bericht und sein Thema.

Ihre Lieblings-Aktion im Internet?

Die Aktion des Berliners Künstler Simon Weckert, der mit seinem kleinen Bollerwagen und 99 Handys einen virtuellen Stau erzeugt und uns demonstriert hat, wie leicht Onlinedienste manipulierbar sind. Handys aus. Hirn an! Lohnt sich!

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!