Zu meinem ÄRGER : Bitte öfter mal „keine Panik“

In welchem Maße schüren die Medien beim Coronavirus Angst und Verunsicherung?, fragt "Plusminus"-Moderatorin Alev Seker in ihrem Rückblick auf die Medienwoche.

Alev Seker moderiert seit Anfang des Jahres die SWR-Ausgaben des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“.
Alev Seker moderiert seit Anfang des Jahres die SWR-Ausgaben des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“.Foto: SWR/Alexander Kluge

Alev Seker moderiert seit Anfang des Jahres die SWR-Ausgaben des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“. Frau Seker, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Teilweise habe ich mich über die Artikel und Bildsprache rund um die Berichterstattung zum Coronavirus-Ausbruch gewundert. Es werden ständig MundschutzträgerInnen gezeigt – dabei hilft das ja anscheinend nicht wirklich. Es werden Anleitungen zur Herstellung von Desinfektionsmitteln veröffentlicht. Stündlich wird in Eilmeldungen über die steigende Zahl der Coronavirus-Fälle berichtet – andererseits heißt es, das Virus sei wie eine Erkältung. Und was ist mit der Zahl der Menschen, die nach einer Infektion wieder gesund sind? Darüber wird nicht oder kaum berichtet. Tragen wir Medien also dazu bei, dass Angst und Verunsicherung geschürt werden? Dass Hamsterkäufe und die panische Suche nach Mundschutz und Co. verstärkt werden? Diese Frage darf jeder für sich selbst beantworten. Ich finde, dass an dieser These etwas dran ist, und würde mir öfter ein „keine Panik“ in der Berichterstattung wünschen.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?
Mir ist positiv aufgefallen, dass verstärkt auch über die humanitäre Katastrophe der Menschen an der türkisch-griechischen Grenze berichtet und auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht wird.

Welches Internetangebot können Sie empfehlen?
Ich empfehle die Webseite Socialbnb.org. Die Seite funktioniert wie Airbnb, nur dass man mit seiner Übernachtung gemeinnützige Angebote und Organisationen vor Ort unterstützt. Ein interessantes Projekt in diesem Rahmen ist „Give a Goat“ (Schenke eine Ziege). Hier werden mit den Einnahmen des Gästehauses Familien vor Ort unterstützt.

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