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Bilanz der Silvesternacht: Zahlreiche Angriffe auf Einsatzkräfte – zwei 18-Jährige sterben bei Pyro-Unfall in Bielefeld
Acht Kinder in Berlin verlieren Finger. Auch in Rostock und Leipzig kommt es zu schweren Verletzungen durch Böller. In den Niederlanden läuft Silvester besonders aus dem Ruder: Ein Kirchturm in Amsterdam stürzt ein.
Stand:
Nicht überall ist es zu Silvester friedlich geblieben: Zum Jahreswechsel ist es in Deutschland zu zahlreichen Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Mindestens zwei Menschen starben zudem durch Pyrotechnik. In Berlin gab es hunderte Festnahmen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren landesweit im Großeinsatz. Die größten öffentlichen Partys unter freiem Himmel in Deutschland gab es diesmal am Brandenburger Tor in Berlin, in Hamburg am Hafen und in der Münchner Innenstadt.
In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 23-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde ein 16 Jahre altes Mädchen beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu entzünden, schwer an der Hand verletzt.
Noch keinen Überblick gibt es, wie viele Menschen bundesweit verletzt wurden. Das Unfallkrankenhaus Berlin meldete 30 Patienten „mit zum Teil schweren Handverletzungen mit Teil- oder kompletten Amputationen von Fingern oder Teilen der Hand“. Und: „Besonders schlimm ist aber, dass wieder acht Kinder dabei sind, deren Leben sich durch diese schweren Verletzungen für immer verändert hat.“ Es wurde mit steigenden Zahlen gerechnet.
Letztes Böller-Silvester in den Niederlanden eskaliert
In den Niederlanden eskalierte die Lage zu Silvester. Im Nachbarland waren Böller und Raketen zu diesem Jahreswechsel zum letzten Mal erlaubt gewesen. In etlichen Städten musste die Polizei wegen Gewalt sowie Unglücken und Vorfällen mit Feuerwerk ausrücken. In der Großstadt Breda wurden Beamte mit Molotowcocktails und Gehwegplatten beworfen. In Amsterdam stand eine Kirche in Brand.
In Amsterdam hat ein Feuer in der Silvesternacht Teile einer bei Touristen beliebten Kirche zerstört. Der 50 Meter hohe Turm der Vondelkirche sei eingestürzt und das Dach sei stark beschädigt worden, teilten die Amsterdamer Behörden am Donnerstag mit. Der Rest des Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert blieb demnach wahrscheinlich intakt. Die Ursache des Brands blieb zunächst unklar.

© AFP/KOEN VAN WEEL
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In Deutschland war die Polizei nach Angriffen auf Einsatzkräfte in den vergangenen Silvesternächten verstärkt vor allem in Städten unterwegs. Allein in Berlin waren 4.300 Polizisten im Einsatz. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) warnte: „Der Spaß endet, wenn Menschen angegriffen werden.“
In Berlin verlief die Silvesternacht nach einer ersten Einschätzung der Polizei nicht ganz so problematisch wie in den vergangenen Jahren. Allerdings sei die Polizei immer wieder mit Böllern und Raketen angegriffen worden, sagte ein Sprecher. 24 Polizisten seien durch Knalltraumata nach dem Beschuss mit Böllern oder Gegenwehr von Verdächtigen leicht verletzt worden. Die Polizei nahm rund 400 Verdächtige kurzzeitig fest. Und auch am Silvesterabend und in der Nacht sei noch kiloweise illegale Pyrotechnik beschlagnahmt worden.
Die Lage in Hamburg und Leipzig
In Hamburg wurden nach bisherigen Erkenntnissen zehn Polizisten verletzt. Sie konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, wie die Polizei mitteilte. Wie schwer die Polizisten verletzt wurden, ging aus der Mitteilung nicht hervor.
In Leipzig wurde die Polizei ebenfalls mit Pyrotechnik angegriffen. Auf die Einsatzkräfte wurden diverse Böller geworfen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizisten errichteten unter anderem in dem für Ausschreitungen bekannten Stadtteil Connewitz Absperrungen. Auch in der Leipziger Innenstadt gab es diverse Feuer, wie dpa-Reporter berichten.
Die Feuerwehr musste in mehreren Bundesländern wegen Bränden ausrücken.
Wo gab es die größten Partys?
In der Hauptstadt Berlin feierten Tausende Menschen nahe dem Brandenburger Tor auf der Straße des 17. Juni gut gelaunt bei der offiziellen Freiluftparty der Hauptstadt. 25.000 Tickets hatten zur Verfügung gestanden.

© dpa/Britta Pedersen
Bei einer großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Veranstalterangaben um die 10.000 Menschen in das Jahr 2026 hinein. Es sei alles ganz friedlich gewesen, sagte Katrin Strauch von der Veranstaltungsagentur Gral. „Es gab keine Zwischenfälle, überhaupt nichts.“
Anders als in den Vorjahren kam die ZDF-Silvestershow mit Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner diesmal aus der Hafencity in Hamburg und nicht aus Berlin. In der ARD präsentierte Florian Silbereisen zum zweiten Mal eine Silvestershow aus München. (dpa)
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