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Das Google-Doodle am 13. Juli 2022.
© / Google

Erste Aufnahmen vom Hubble-Nachfolger: Fünf Fakten zum James-Webb-Weltraumteleskop

Das James-Webb-Weltraumteleskop zeigt die bislang tiefsten Aufnahmen ins Universums. Nun ehrt Google das Auge ins All mit einem Doodle.

Mit einem sogenannten Doodle feiert Google die „tiefste Aufnahme des Universums, die jemals gemacht wurde“, wie es in einem Statement heißt.

Gezeigt wird unter anderem die Infrarotaufnahme „Webb’s First Deep Field“. Das Foto wurde am 11. Juli 2022 als erste Farbaufnahme des James-Webb-Weltraumteleskops veröffentlicht und zeigt einen Galaxiehaufen, der 4,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt liegt. Dabei handelt es sich um den bislang tiefsten Blick in die Vergangenheit.

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Auch weitere Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops werden in dem Google-Doodle gezeigt, darunter der „Carinanebel“, die Galaxiegruppe „Stephans Quintett“ und der „Südliche Ringnebel“ (auch „Eight-Burst-Nebula“), der einen sterbenden Stern umkreist. 

Wer war James Webb?

James Webb war von 1961 bis 1968 der zweite Administrator der Weltraumorganisation NASA. In seiner Zeit als NASA-Chef soll sich der US-Amerikaner vor allem dafür eingesetzt haben, dass die Wissenschaft und Forschung eine Kernaufgabe der Weltraumorganisation bleiben solle. So fanden unter seiner Leitung die berühmten Apollo-Missionen statt, bei denen erstmals ein Mensch auf dem Mond landete.

Dass das bislang größte und leistungsstärkste Weltraumteleskop aller Zeiten nach James Webb benannt wurde, wurde weltweit kontrovers diskutiert. Bereits kurz nach der Namensbekanntgabe forderten namhafte Astronomen eine Umbenennung des Teleskopes, da Webb als damaliger NASA-Chef die Diskriminierung homosexueller Mitarbeiter stillschweigend geduldet haben soll.

Welche Aufgabe hat das James-Webb-Weltraumteleskop?

Das James-Webb-Weltraumteleskop soll der Wissenschaft vor allem Bilder aus der frühesten Zeit des Universums liefern. Mithilfe eines 25 Quadratmeter großen Spiegels soll das Teleskop Aufnahmen aus der Zeit direkt nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren machen. Bei der Veröffentlichung der ersten Bilder sagte der NASA-Chef Bill Nelson „Jedes Bild ist eine neue Entdeckung, und jedes gibt der Menschheit einen Einblick in das Universum, den sie noch nie zuvor gehabt hat“.

Darüber hinaus erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse darüber, wie Sterne entstehen und ob es neben der Erde weitere bewohnbare Planeten gibt.

Bei dem Google-Doodle werden fünf Aufnahmen des James-Webb-Teleskopes gezeit.
Bei dem Google-Doodle werden fünf Aufnahmen des James-Webb-Teleskopes gezeit.
© / Google

Wie weit ist das James-Webb-Weltraumteleskop von der Erde entfernt?

Das James-Webb-Teleskop kreist derzeit um den sogenannten äußeren Lagrange-Punkt L2, der etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist.

Im Weltraum herrschen übrigens Temperaturen von etwa minus 270 Grad. Trotzdem können auf der sonnenzugewandten Seite des Teleskopes Temperaturen bis zu 85 Grad entstehen, während auf der sonnenabgewandten Seite bis zu minus 233 Grad erreicht werden können. Mithilfe eines 25 Quadratmeter großen Sonnenschilds soll das Teleskop samt seiner empfindlichen Geräte vor Wärmestrahlungen geschützt werden.

Damit das Teleskop dauerhaft detailreiche Infrarotaufnahmen liefern kann, muss die Temperatur der Bauteile dauerhaft unter minus 223 Grad gehalten werden. Wer an der derzeitigen Betriebstemperatur des James-Webb-Teleskops interessiert ist, sollte einen Blick auf die Webseite „Where is Webb?“ werfen, wo die aktuellsten Daten gesammelt werden.

Wie schnell fliegt das James-Webb-Weltraumteleskop?

Das James-Webb-Teleskop ging bereits im Dezember 2021 mithilfe einer Ariane-Rakete auf große Reise. Kurz nachdem die Triebwerke der sogenannten Oberstufe „ESC-A“ abgeschaltet wurden, erreichte das Teleskop eine Geschwindigkeit von 9,90 Kilometer pro Sekunde, wie in diesem Video vom 15. Dezember 2021 zu sehen ist.

Laut eines Wikipedia-Eintrages soll das Weltraum-Teleskop derzeit im sogenannten Halo-Orbit um den äußeren Lagrange-Punkt L2 kreisen und zwar mit einer Geschwindigkeit von etwa 202 Metern pro Sekunde. Das entspricht etwa 727 Kilometern in der Stunde.

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Warum kann das James-Webb-Weltraumteleskop in die Vergangenheit sehen?

Wer hoch zu den Sternen blick, schaut dabei ganz automatisch in die Vergangenheit. Das liegt daran, dass das Licht immer eine gewisse Zeit lang unterwegs ist, bis es die Position des Betrachtenden erreicht. Wer von der Erde aus den Mond anschaut, sieht den Erdtrabanten so, wie er vor einer Sekunde ausgesehen hat. Unser Bild von der Sonne liegt hingegen schon 8 Minuten in der Vergangenheit, wie es in einem Bericht des „Deutschlandfunks“ heißt.

Mithilfe seiner ausgefeilten Messgeräte kann das James-Webb-Weltraumteleskop Licht aufnehmen, das bereits seit 13 Milliarden Jahren im Weltraum unterwegs ist. So wollen Wissenschaftler in die Vergangenheit bis in die Zeit kurz nach dem Urknall blicken.

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