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Britische Soldaten des East Yorkshire Regiment marschieren im ersten Weltkrieg zur Front am Frenzenberg, Belgien. (Symbolbild)
© Ernest Brooks/National Library of Scotland/dpa

Tagebuch des Großvaters weist den Weg: Italiener findet Massengrab aus 1. Weltkrieg

Die Tagebuchaufzeichnungen seines Großvaters führen Sergio Boem zu einem Massengrab. Bislang wurden dort die Leichen von zwölf Soldaten entdeckt.

Offenbar mithilfe des Tagebuchs seines Großvaters hat ein Italiener ein Massengrab aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt. Jahrelange habe Sergio Boem mit den Aufzeichnungen seines Großvaters, einem Offizier, nach diesem Ort gesucht, berichtet die italienische Zeitung „Il Messaggero“ (Sonntag).

Mit einer archäologische Untersuchung konnten in den vergangenen Tagen zwölf skelettierte Leichen oberhalb des Tonalepass an der Grenze zwischen dem Trentino und der Lombardei geborgen werden. Bei den Toten soll es sich um Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee handeln.

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Sein Großvater, Ubaldo Ingravalle, habe in den Tagebuchaufzeichnungen über die Gewalt des Krieges berichtet, so Boem. Dass der Offizier den Bericht über das Massengrab nicht grundlos geschrieben haben konnte, habe er gewusst, erklärt der Forscher seine jahrelange Suche. „Die Erschöpfung und das Entsetzen nach diesem Kampftag müssen groß gewesen sein, und dennoch wollte Großvater persönlich über die überstürzte Beerdigung berichten. Das hatte er noch nie getan.“

Laut Tagebuch sollen sich in dem Grab Dutzende Soldaten befunden haben, die im Ersten Weltkrieg während der Operation Valanga (Lawine), einer militärischen Aktion Österreich-Ungarns, am 13. Juni 1918 gefallen waren. Ob über die zwölf Toten hinaus noch weitere sterbliche Überreste geborgen werden können, sei derzeit unklar. (KNA)

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