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Bill und Melinda Gates haben Anfang Mai ihre Trennung bekannt gegeben.
© REUTERS

Nicht nur der mustergültige, treue Gatte?: Jetzt kommen doch mögliche Gründe für die Gates-Scheidung ans Licht

Über Bill Gates gibt es neue Enthüllungen: über seine Affäre mit einer Mitarbeiterin, weitere Annäherungsversuche an Frauen und den Umgang mit Jeffrey Epstein.

Er ist einer der Väter der digitalen Revolution. Als Philanthrop hat er bisher unerreichte Maßstäbe gesetzt. Aber Bill Gates ist auch nur ein Mensch. Jetzt kam heraus, dass der Auslöser der Scheidung von seiner Ehefrau Melinda Gates wohl doch eine Affäre gewesen sein dürfte. Und da war offenbar noch mehr. Dies lag schon nahe, als die beiden Anfang Mai in einem gemeinsamen Statement ihre Trennung bekannt gegeben hatten, und es Frau Melinda war, die bei Gericht die Scheidung beantragte.

Nun kommen immer mehr Details heraus, nach denen Bill Gates keineswegs immer der mustergültige, treue Gatte war, als der er sich bei öffentlichen Auftritten gern stilisierte. Bereits im Jahr 2000 soll er eine Liebesbeziehung mit einer in seinem Unternehmen beschäftigten Ingenieurin gehabt haben, enthüllte das „Wall Street Journal“. Die betroffene Frau forderte demnach in einem Schreiben an die Unternehmensspitze 2019 einen Jobwechsel und verlangte gleichzeitig, dass ihr Brief auch an Melinda Gates weitergeleitet werden solle.

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Der Auftrag, den Fall zu untersuchen, ging an eine externe Anwaltskanzlei. Noch bevor die Untersuchung abgeschlossen war, trat Bill Gates aus dem Verwaltungsrat von Microsoft zurück. Das war im März 2020. Eine Sprecherin des Milliardärs erklärte nun, dass die vor fast 20 Jahren freundschaftlich beendete Affäre keineswegs der Grund für den Rückzug gewesen sei.

Die „New York Times“ berichtet von wiederholten, eher unbeholfenen Annäherungsversuchen des Microsoft-Gründers an Frauen seiner Umgebung. So soll er 2006 eine Mitarbeiterin nach einer Präsentation per Mail zum Dinner eingeladen haben.

Falls sie sich mit dieser Einladung unwohl fühle, solle sie so tun, als habe es sie nie gegeben, habe er dazu geschrieben. Ein anderes Mal soll er bei einer Cocktail-Party mit gesenkter Stimme einer Mitarbeiterin der Stiftung seinen Wunsch nach einem gemeinsamen Abendessen überbracht haben.

Externe Anwälte untersuchten den Fall

Aus europäischer Sicht mögen das lässliche Sünden gewesen sein. Einvernehmliche Liebesbeziehungen sind in Deutschland auch am Arbeitsplatz kein Kündigungsgrund. In den USA sieht das anders aus. Die „Bank of America“ etwa verbietet sexuelle Beziehungen zwischen Managern und Angestellten strikt.

In solchen Fällen werden Interessenkonflikte und Klagen befürchtet. Google-Mitarbeiter können schlimmstenfalls entlassen werden, wenn sie eine Beziehung mit einem Kollegen oder einer Kollegin eingehen. Die „MeToo“-Debatte hat die Gepflogenheiten in dieser Hinsicht noch verschärft. Bereits eine gemeinsame Aufzugfahrt mit Vertretern des anderen Geschlechts gilt im beruflichen Umfeld unter Umständen schon als gefährlich.

Auch der langjährige Vermögensverwalter von Bill Gates, Michael Larson, geriet in Bedrängnis wegen sexueller Belästigung der Managerin eines Fahrradladens, der einer Gates-Firma gehörte. Dieser Fall wurde 2018 mit einer vertraulichen Geldzahlung beigelegt. Dass Larson trotzdem seinen Job behielt, soll Melinda Gates verärgert haben. Unglücklich war sie wohl auch über den Umgang ihres Mannes mit dem notorischen Jeffrey Epstein. Der Investmentbanker wurde der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger angeklagt und nahm sich 2019 in der Haft das Leben.

Die Gates-Stiftung soll bleiben

Die „New York Times“ zitiert die Sprecherin von Bill Gates mit einem Statement, nach dem es „extrem enttäuschend“ sei, dass nun so viele Unwahrheiten zur Ursache und den Umständen der Scheidung veröffentlicht und Quellen zitiert würden, die mit der Situation gar nicht vertraut seien.

Bill Gates habe niemals Partys bei Epstein besucht, sondern sich mit diesem ausschließlich getroffen, um über Philanthropie zu sprechen. Nach seiner ersten Begegnung mit dem Banker soll Gates Kollegen gemailt haben, dass dessen Lebensstil sich sehr von seinem eigenen unterscheide, faszinierend sei, für ihn selbst aber nicht in Frage käme.

Trotz allem wollen beide die Arbeit an der im Jahr 2000 gegründeten „Bill & Melinda Gates Stiftung“ fortsetzen. Das hatten sie in dem Statement, in dem sie ihre Scheidung verkündeten, bereits versichert. Bis 2019 hatte die Stiftung 55 Milliarden Dollar ausgegeben, vor allem für die Gesundheitsvorsorge in Entwicklungsländern. Sie gilt heute als die wohl wichtigste wohltätige Institution der Welt.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Scheidung hatte Geschäftsführer Mark Suzman den 1600 Mitarbeitern der Stiftung mitgeteilt, dass Bill und Melinda Gates weiter zusammen für die Stiftung arbeiten wollten. Außerdem hatte er angekündigt, dass beide bei der Jahreshauptversammlung persönlich zu den Beschäftigten sprechen werden. Ob sie auch im Namen der Stiftung mit ihren beiden Vornamen vereint bleiben? Das könnte eine der Fragen sein, die dann besprochen werden.

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