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ICE unterwegs bei Schneefall durch eine Winterlandschaft (Symbolbild).

© imago/Arnulf Hettrich

Update

Tief „Gunda“ bringt Deutschland Glätte: Keine flächendeckenden Auswirkungen durch Glatteis am Montag

Tief „Gunda“ sorgt am Montag für glatte Gehwege und Straßen. Im Auto-, Bahn- und Flugverkehr kam es zu Einschränkungen, aber nicht zu einem Stillstand.

Stand:

Das schlimmste Glatteis ist offenbar vorüber: Von Westen her kommt mildere Luft. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass sich die Glatteis-Situation entspannt.

Am Montag hält der Dauerforst im Osten und Südosten noch an. „Im Südosten besteht daher voraussichtlich noch bis in die Frühstunden des Dienstags erhöhte Gefahr von gefrierendem Regen und Glatteis“, sagte DWD-Meteorologin Sabine Krüger. 

In weiten Teilen Deutschlands führte das auftretende Glatteis am Montagmorgen nicht zu flächendeckenden Beeinträchtigungen. Im Auto-, Bahn- und Flugverkehr kam es zu Einschränkungen, aber nicht zu einem Stillstand.

Die Deutsche Bahn rechnete angesichts der angekündigten Glatteis-Lage am Montag mit Einschränkungen im Betrieb und mit Verspätungen. Im Fernverkehr drosselte die Bahn auf einigen Strecken die Geschwindigkeit der Züge. Man habe „vorsorglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken reduziert“, hieß es auf der Website der Bahn.

Insgesamt habe man einen guten Betriebsstart am Morgen erlebt, sagte eine Sprecherin. Im Norden könne es noch zu Teilausfällen im Regionalverkehr kommen. „Insgesamt gibt es bisher keine größeren Störungen durch Glätte und Eisregen.“

Frankfurt streicht etwa 100 Flüge

Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen wegen Schnee und Glatteis rund 100 Flüge gestrichen. Der Flughafen starte mit einem „angespannten Winterbetrieb“ in den Tag, man rechne mit erheblichen Beeinträchtigungen, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport der Deutschen Presse-Agentur. Der große Winterdienst sei im Einsatz, auch das Rollfeld müsse geräumt werden. Auf den Parkpositionen der Flugzeuge seien 34 Fahrzeuge zur Enteisung der Maschinen im Einsatz. 

ARCHIV - 05.01.2026, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Passagiermaschine wird am frühen Morgen auf dem Flughafen von Frankfurt am Main enteist. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen teils deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen. (zu dpa: «Frankfurter Flughafen streicht zahlreiche Flüge») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Passagiermaschine wird am frühen Morgen auf dem Flughafen von Frankfurt am Main enteist (Archivbild).

© dpa/Boris Roessler

Die Passagiere würden dringend gebeten, rechtzeitig vor ihrer Reise ihren Flugstatus zu prüfen und für die Anreise entsprechend der Wetterlage mehr Zeit einzuplanen. Zudem sollten sie mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal am Frankfurter Flughafen sein, so die Sprecherin.

„Die gefährliche Situation ist noch nicht vorbei“, sagte Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) der „Bild“-Zeitung mit Blick auf Tief „Gunda“, das auf Wintersturm „Elli“ folgte. Für weite Teile Deutschlands gilt weiterhin die zweithöchste Unwetterwarnstufe vor Glatteis. Während sich die Situation etwa am Niederrhein schon wieder entspannte, gilt die Warnung des DWD etwa für Erfurt noch bis 22 Uhr. Die Meteorologen riefen die Menschen auf, Fahrten mit dem Auto zu vermeiden. Es bestehe „Gefahr für Leib und Leben“.

Schulen zu – aber keine Ferien

Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteisgefahr ebenso geschlossen wie in Niedersachsen und in Bremen. Ausnahmen gibt es auf den ostfriesischen Inseln. Auch in Hessen, Bayern und weiteren Bundesländern blieben zahlreiche Schulen zu.

Einen extra Tag Ferien gibt es für die Schülerinnen und Schüler deshalb aber nicht: „Es ist kein schulfrei – die Schülerinnen und Schüler müssen schon arbeiten“, betonte etwa die nordrhein-westfälische Schulministerin Dorothee Feller (CDU) im WDR.

09.01.2026, Hamburg: Ein Räum-und Streufahrzeug der Stadtreinigung Hamburg schiebt Schnee von einer Straße am Hauptbahnhof. (zu dpa: «Sturmtief «Elli» wirbelt in Hamburg einiges durcheinander») Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Räum-und Streufahrzeug der Stadtreinigung Hamburg schiebt Schnee von einer Straße am Hauptbahnhof.

© dpa/Christian Charisius

Die Klassen seien lediglich in den Distanzunterricht geschickt worden, damit sich niemand auf dem womöglich gefährlichen Schulweg verletze. Lehrer könnten ihren Unterricht entweder per Video anbieten oder den Kindern und Jugendlichen Arbeitsmaterial zuschicken.

Warmfront erreicht Ballungsgebiete schon in der Nacht

Über die großen Ballungsgebiete in Nordrhein-Westfalen war die gefährliche Warmfront bereits in der Nacht hinweggezogen, als auf den Straßen noch fast nichts los war. In Köln, Düsseldorf und Duisburg gab es den stärksten Regen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gegen 3 Uhr.

Anschließend zog das Regenband weiter nach Osten. Starken Niederschlag gab es etwa in Frankfurt, Stuttgart und Hannover. Überall traf der Regen auf gefrorene Böden – eine gefährliche Mischung.

Winterdienste im Großeinsatz

Die Winterdienste waren im Großeinsatz. Man habe in mehreren Schichten die ganze Nacht hindurch vorbeugend Salz gestreut, teilten die für den Winterdienst in Köln zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe mit. So sollte verhindert werden, dass sich auf den Hauptverkehrsstraßen der Domstadt Glatteis bildet.

Starker Regen hat auf den gefrorenen Böden vor allem im Westen Deutschlands für gefährlich glatte Straßen gesorgt. Im Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war.

In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige Unfälle und dadurch Staus. Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. (Tsp/dpa)

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