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Viele Verletzte und Schäden in Zagreb : Erdbeben erschüttert Kroatien inmitten der Coronavirus-Krise

Am Morgen ist Kroatiens Hauptstadt Zagreb von Erdstößen erschüttert worden. Viele rannten in Angst raus, trotz Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus.

Kroatiens Premier Andrej Plenkovic bei einem Rundgang in Zagreb.
Kroatiens Premier Andrej Plenkovic bei einem Rundgang in Zagreb.Foto: Damir Sencar/AFP

Zwei Erdbeben haben in der kroatischen Hauptstadt Zagreb Dutzende Menschen verletzt und schwere Schäden angerichtet. Die mittelstarken Erdstöße im EU-Mitgliedsland Kroatien erfolgten in einer Abfolge von etwas mehr als einer halben Stunde. Eine 15-Jährige, die aus Trümmern geborgen wurde, rang im Krankenhaus um ihr Leben, berichtete der private Fernsehsender RTL unter Berufung auf Krankenhausärzte.

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Das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) gab die Stärke des ersten Bebens um 6.24 Uhr am Sonntagmorgen mit 5,4, die des zweiten Bebens um 7.01 Uhr mit 5,0 an. Die Zentren der beiden Beben lagen sieben beziehungsweise zehn Kilometer nördlich von Zagreb. Es war das schwerste Beben, welches das EU-Land Kroatien seit 140 Jahren heimsuchte.

Ziegel fielen von Dächern, Fassaden bekamen Risse, Mauern stürzten ein und Trümmer beschädigten parkende Autos. Aus zwei Krankenhäusern mussten Patienten in Sicherheit gebracht werden, weil Gebäudeteile schwer beschädigt wurden. Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt.

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Erdbeben in Zagreb: Mindestens ein Toter und mehrere Verschüttete
Erdbeben in Zagreb: Mindestens ein Toter und mehrere Verschüttete

Auch die Kathedrale im Zentrum, das Wahrzeichen der Stadt, wurde beschädigt. Vom Südturm der gotischen Kathedrale, dem Wahrzeichen der Stadt, fiel die Turmspitze mit dem Kreuz aus mehr als 100 Metern Höhe herab und beschädigte das Dach. Auch der Erzbischöfliche Palast erlitt Schäden. Der Rektor der Kathedrale, Josip Kuhtic, äußerte sich geschockt. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt, heiliger Stephan und Ladislaus ist das erste und wichtigste gotische Gebäude in Kroatien. Sie wurde ab Ende des 13. Jahrhunderts unter Einbeziehung von Resten des romanischen Vorgängerbaus erbaut.

Hintergrund über das Coronavirus:

Menschen liefen erschrocken aus den Häusern. Das Innenministerium forderte die Menschen auf, zunächst draußen zu bleiben, aber keine Gruppen zu bilden, um eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern.

"Halten Sie Distanz. Stellen Sie sich nicht zusammen. Wir sind mit zwei schweren Krisen konfrontiert, dem Erdbeben und der Epidemie", erklärte Innenminister Davor Bozinovic. Kroatien verzeichnete bis zum Sonntag 204 nachgewiesene Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2, doch steigen die Zahlen derzeit von Tag zu Tag rasch an.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach den Menschen in Kroatien Mut zu. "Bleibt stark! Die EU steht an Eurer Seite!", twitterte Leyen am Sonntag nach einem Telefonat mit dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenkovic. Mit dem Erdbeben und dem Coronavirus sei eine "sehr schwierige Lage für Kroatien" entstanden. Das Land hat im ersten Halbjahr 2020 zudem den EU-Ratsvorsitz inne. Im zweiten Halbjahr übernimmt Deutschland die Aufgabe, die gemeinsame Arbeit der 27 EU-Staaten abzustimmen. (dpa, AFP, KNA)

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